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Gesellschaft

Dramatische Bruchlandung vor Bali: Alle Passagiere gerettet

Alle 108 Menschen an Bord haben das Unglück auf der Ferieninsel laut Behördenangaben überlebt. Es soll lediglich einige Leichtverletzte geben.

Jakarta, Balingen - Gut 100 Passagiere sind bei einer dramatischen Bruchlandung im Meer vor der indonesischen Insel Bali knapp einer Katastrophe entkommen. Die Maschine des Billigfliegers Lion Air mit 101 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern schlug am Samstag kurz vor der Landebahn im Meer auf. Zunächst hieß es, sie über die Landebahn hinausgeschossen. Das korrigierten die Behörden später. Alle Menschen an Bord konnten gerettet werden.

„Wir kennen die Unfallursache noch nicht“, sagte Flughafenmanager Eko Dantoro dem Fernsehsender TVOne. Zum Unglückszeitpunkt war das Wetter gut. Nach Angaben des Polizeichefs von Bali waren zwei Ausländer an Bord. Welcher Nationalität, konnte er nicht sagen.

Nach Angaben von Lion Air-Direktor Edward Sirait war die Maschine erst seit März im Einsatz. „Sie war flugtauglich und der Pilot in guter Kondition“, sagte er auf einer Pressekonferenz. Der Pilot sei nicht verletzt worden. Das Flugzeug kam aus Bandung in West Java und brach bei dem Unglück auseinander.

Passagiere berichteten im Lokalfernsehen, dass es keine Ansage über Probleme an Bord gab. Die Maschine sei mit einem lauten Schlag ohne Vorwarnung auf dem Wasser aufgesetzt. Einige Passagiere schwammen an das nahe Ufer. Auf Bildern von der Unglücksstelle war das Flugzeug halb ins Wasser getaucht zu sehen, von den Vorderausgängen wurden aufblasbare Rutschen ausgelassen.

Flüge von Lion Air in EU und USA verboten

Bali ist ein beliebtes Touristenziel - jährlich reisen Millionen ausländische Besucher auf die Insel. Angesichts eines derzeitigen Luftverkehrsbooms in Indonesien ist Lion Air derzeit auf schnellem Wachstumskurs. Bekannt wurde die Gesellschaft durch den größten Vertrag der zivilen Luftfahrt mit dem Flugzeughersteller Airbus: Im vergangenen Monat teilte der Flugzeugbauer mit, Lion Air habe den Kauf von 234 Mittelstrecken-Fliegern aus der A320-Familie im Gesamtwert von 18,4 Milliarden Euro zugesagt.

Experten befürchteten bereits, dass das schnelle Wachstum bei Lion Air möglicherweise zulasten der Sicherheit gehen könnte. Flüge der Gesellschaft in die EU und die USA sind verboten. Dort wird die Fluglinie als „riskant“ eingestuft.

Auch in Indonesien selbst hat die Airline einen schlechten Ruf. Zwischen 2004 und 2006 gab es sechs Unfälle mit Lion-Air-Maschinen, bei keinem gab es jedoch Todesopfer. Bei allen Unfällen handelte es sich indes um Zwischenfälle bei der Landung. Im Jänner vergangenen Jahres wurden Strafmaßnahmen gegen die Fluglinie verhängt, nachdem mehrere Piloten wegen Drogenbesitzes festgenommen wurden. (dpa, AFP)