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TT-Wunschkonzert

Kaleidoskop der Emotionen: „Prey“ im Swarovski Kristalldom

Die Tiroler Pop-Rocker „Prey“ stellten beim TT-Wunschkonzert in den Swarovski Kristallwelten ihre Qualität unter Beweis. Heute sind sie im Treibhaus Innsbruck zu hören.

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Text: Simon Hackspiel, Video: Silvana Resch

Wattens - Normalerweise beschallt Musik von Brian Eno den Kristalldom der Swarovski Kristallwelten in Wattens. Nicht so an diesem Abend. Denn die aufstrebende Tiroler Pop-Rock-Band „Prey“ hat das begehbare Kaleidoskop als Örtlichkeit für ihr TT-Wunschkonzert auserwählt. Und das kommt nicht von ungefähr. Schließlich war Brian Eno auch Produzent der Band Coldplay und diese wiederum ist eine der wichtigsten Inspirationsquellen für „Prey“. Besonders stolz sind die vier Musiker aus Hall darauf, dass ihr Video zum Song „This Dream“ auf der Webseite der britischen Grammy-Gewinner vorgestellt wurde.

Während Coldplay als Vorbild dient, basteln Prey seit ihrer Gründung 2009 an ihrem ganz eigenen Sound. Besonderen Wert legen die Mittzwanziger darauf, den Zuhörern echte Gefühle zu vermitteln. „Unsere Lieder sind sehr persönlich und emotional“, schildert Sänger Elmin Smajlovic. „Dabei versuchen wir gleichzeitig ganz neue Ansätze zu Themen zu finden.“ So auch bei der aktuellen Single „Home“, die an diesem Abend durch die Kristallwelten hallt. „In dem Song geht es um den Auszug von daheim, aber aus der Sicht des Hauses“, erklärt Pianist Michael Knoll, der für das Wunschkonzert an die Akustik-Gitarre wechselte.

Videos erregen Aufmerksamkeit

Nicht nur bei ihren Songtexten beweisen die Newcomer, die 2011 ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben haben, Einfallsreichtum. Auch die selbst produzierten Musikvideos wirken gut durchdacht und erstaunlich professionell. Letztes Jahr wurde der österreichische Musiksender Go-TV auf die Band aufmerksam und integrierte das Video zur ersten Prey-Single „Running Dry“ in sein Programm. Eine wachsende Fangemeinde war die Folge, die Klicks bei YouTube schnellten in die Höhe.

Doch auch die Schattenseiten des Musikgeschäfts lernten Prey bereits kennen. „Junge Bands werden in Österreich von Veranstaltern und Radiosendern zumeist nicht ernst genommen“, meint Schlagzeuger Andreas Moser. Deshalb sei die Vermarktung über das Internet, insbesondere in sozialen Netzwerken, umso wichtiger. Die Anzahl der Fans auf Facebook bestimme mittlerweile den Marktwert der Bands.

Um den eigenen Marktwert weiter zu steigern, basteln Prey gerade an ihrem Debütalbum. Wann dieses erscheint, steht allerdings aufgrund chronischen Geldmangels noch in den Sternen. In der Zwischenzeit wollen die Tiroler so oft wie möglich auf der Bühne stehen. Heute Freitag sind sie im Treibhaus Innsbruck zu Gast, eine ausgedehnte Tour ist für Herbst 2013 geplant.

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Fünf Fragen an: Prey

TT-Online: Wie ist Prey entstanden?

Prey: Wir sind alle in Hall aufgewachsen, zum Teil kannten wir uns aus der Schulzeit. Vor Prey hat es andere Projekte gegeben, die sich aber irgendwann auflösten. Nach der Gründung von Prey 2009 haben wir bewusst ein Jahr kein Konzert gespielt, sondern nur an unseren Arrangements gearbeitet - quasi als Geheimprojekt. Niemand unserer Freunde und Bekannten hat gewusst, welche Art Sound wir überhaupt spielen werden. Umso größer war dann die Erwartungshaltung bei unserem ersten Gig im Sommer 2010 im Kulturlabor Stromboli in Hall.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Prey: Bei unseren Songs stehen Emotionen im Vordergrund. Sie sind Ausdruck unserer Gefühlswelten und Therapie in einem. Es geht um Aufbruch, Freiheit und Sehnsucht. Wir wollen nie nur traurige Musik machen, alles ist mit einem bewussten Hoffnungsschimmer geschrieben.

Wie sieht euer kreativer Schaffensprozess aus?

Prey: Jedes Bandmitglied bringt Ideen ein, sowohl musikalische als auch textliche. Meist jammen wir dann einfach über diesen Grundstein drüber und schauen ob was Brauchbares dabei raus kommt. Alles passiert homogen in der Gruppe, es gibt keinen Bandleader. Wir alle sind auch sonst in kreativen Bereichen tätig: Filmen, Zeichnen, Fotografieren. Es ist wichtig den Prozess des kreativen Arbeitens zu verinnerlichen, das kommt nicht von allein. Man muss sozusagen die Muse provozieren.

Wie seht ihr die Tiroler Musikszene?

Prey: Es gibt so viele gute junge Bands in Österreich, auch in Tirol. Aber leider hat man es hierzulande mit eigener Musik extrem schwer und viele Projekte mit Potenzial lösen sich nach zwei, drei Jahren wieder auf. Wir werden alles daran setzen, dass uns das nicht passiert - auch wenn es sehr viel Durchhaltevermögen und Zeit beansprucht. Es ist wichtig, dass sich die Bands untereinander nicht als Konkurrenten sehen, sondern sich gegenseitig unterstützen. Die Ellbogentaktik ist für uns nicht erstrebenswert.

Was plant ihr für die absehbare Zukunft?

Prey: Die Aufbruchstimmung ist gerade groß, unser Ziel ist definitiv von der eigenen Musik leben zu können. Besonders wichtig ist, dass wir viele Live-Gigs spielen und endlich unser Debütalbum rausbringen.

Mehr Infos unter www.prey-music.com

Soundstube Tirol auf Facebook: www.facebook.com/SoundstubeTirol

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