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Sony World Photograpy

„Ich wünschte, ich hätte diese Fotos nie machen müssen“

Es sind Fotos von gebranntmarkten Jugendlichen. Und sie haben eines gemeinsam: Die jungen Menschen auf den Bildern von Andrea Gjestvang überlebten das Massaker von Utoya, bei dem Anders Behring Breivik 69 Menschen tötete.

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Oslo, London – „One day in history“ – ein Tag, der das Leben vieler junger Menschen in Norwegen auf dramatische Art und Weise veränderte. Andrea Gjestvang fotografierte Überlebende. Für ihre Arbeit wurde die Künstlerin nun mit dem L’Iris d’Or-Award von Sony ausgezeichnet. Die 32-Jährige darf sich über ein Preisgeld von 25.000 Dollar und eine Sony-Fotoausrüstung freuen.

Doch Gjestvang ist alles andere als zu Feiern zumute. Sie fotografierte ein Jahr lang die Jugendlichen, die das Massaker von Utoya überlebt hatten. Die Jury der „World Photography Awards“ in London lobte die Bilder der Norwegerin wegen ihrer „Würde und Schönheit“ und beschrieb sie als „eine ruhige, nachdenkliche und starke Stimme für die Kinder und jugendlichen Überlebenden des Massakers in Norwegen.“ Gjestvang selbst erklärte, sie wünschte sich, dass sie diese Fotos „nie machen“ hätte müssen.

122.000 Bilder in der Auswahl

Die Jury zeichnete weitere 14 Fotografen für ihre Arbeiten aus. In der Kategorie „Open Photographer of the Year“ sticht der 21-jährige Hoang Hiep Nguyen aus Vietnam heraus. Er wurde ausgezeichnet, und das obwohl er sich erst vor einem Jahr seine erste Digital-Kamera gekauft hatte. Die Auszeichnung erhielt er für ein Foto eines jungen Mädchens im Sturm. Weitere Preisträger finden Sie in der Fotostory zu diesem Artikel.

Der Foto-Wettbewerb erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Heuer wurden über 122.000 Bilder aus 170 Ländern beim Sony Photography Arward eingereicht. (tt.com, jan)

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