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Die Toten Hosen begeistern in der Innsbrucker Olympiahalle

Laut, schnell und mitreißend: Der Auftritt der Toten Hosen in Innsbruck war elektrisierend von der ersten bis zur letzten Nummer.

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Innsbruck – Fußball im Fernsehen sei wie eine Party zu der man nicht eingeladen wurde, sagte „Die Toten Hosen“-Frontman Campino und erklärte das gestrige Konzert der Band in der restlos ausverkauften Innsbrucker Olympiahalle flugs zum Gegen-Event zum zeitgleich ausgetragenen deutsch-deutschem Duell um die Krone des europäischen Vereinsfußballs.

Ganz verzichten wollte man auf das Champions League Finale wollte man aber doch nicht: „Sollte im Londoner Wembley Stadion etwas passieren, werden wir euch informieren“, versprach er. So war es dann auch. Ganz im Stile einer Konferenzschaltung hieß dann drei Mal „Tor in London“ und dass am Ende die Bayern, seit jeher ein rotes Tuch für die bekennenden Anhänger der traditionell glücklosen Fortuna aus Düsseldorf, triumphierten tat der Freude keinen Abbruch. Im Gegenteil: Man beglückwünschte den neuen Champions-League-Sieger mit der „diesem Scheißverein“ gewidmeten Mitgrölhymne „Bayern“. Die zahlreichen Bayern-Fans im Publikum dürften das und einige Spitzen gegen Vereinspräsident und „Steuersünder“ Uli Hoeneß, der sich jetzt „einen schönen Pokal in seine Zelle stellen kann“, verkraftet haben. Dass das Lied für sich all jene, denen der Münchner Großclub seit jeher suspekt war, Anlass bot, sich den Frust von der Seele zu schreien, liegt auf der Hand.

Abseits des Fußballthemas boten die Hosen bei ihrem zweiten Innsbruck-Auftritt binnen eines Jahres eine solide Show. Die Setlist orientierte sich stark an den Nummern ihres aktuellen Albums „Ballast der Republik“, bot aber auch ausreichend Platz für Klassiker aus über 30 Jahren Bandgeschichte. Herausragend, weil live verhältnismäßig selten zu hören, waren „Bis zum bitteren Ende“ vom 1986er-Album „Damenwahl“, das unablässig vorwärtstreibend „Pushed Again“ und „Paradies“, bei dem die Innsbruckerin Bernadette auf die Bühne holte, die selbst Rampensau Campino einen Moment lang ziemlich alt aussehen lies.

Kurz: Laut, schnell und mitreißend. Die Toten Hosen bewiesen am Samstag in der Innsbrucker Olympiahalle zum wiederholten mal, warum ihre aktuelle „Krach der Republik“-Tour sich zurzeit daran macht, der erfolgreichste Live-Act der deutschsprachigen Rockgeschichte zu werden. Elektrisierend von der ersten bis zur letzten Nummer. (jole)

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