Archiv

Letztes Update am In House / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Nach Erdrutsch in Kirchbichl: Das Haus am Hang muss weg

Der ganze Hang an der Bundesstraße in Kirchbichl ist instabil. Ein Haus wird daher abgerissen. Es darf kein neues mehr gebaut werden.

drucken

Kirchbichl, Innsbruck – Es kam, wie es zu erwarten war: Jenes Haus, das seit Sonntag am Hang an der Bundesstraße bei Kirchbichl abzurutschen droht, muss abgerissen werden. Diese Nachricht musste Bürgermeister Herbert Rieder der Besitzerin überbringen, die vorerst bei ihrer Tochter in Kufstein untergekommen ist und nun alles verliert. „Es darf an dieser Stelle auch nie mehr ein Haus gebaut werden“, bedauert Rieder. Er warte jetzt noch auf das Gutachten des Geologen, um einen entsprechenden Bescheid zu erlassen. Das Gebäude müsse vorsichtig abgerissen werden. Zusätzlich gilt es 25.000 Kubikmeter Erdreich abzutragen. Die Gemeinde wird übrigens versuchen so gut wie möglich der Pensionistin zu helfen. Wie es mit dem ebenfalls geräumten Nachbarhaus weitergeht, werden Probebohrungen ergeben.

Neben dem abgerutschten Hang bei Kirchbichl ist die Tiroler Straße rund 200 Meter weiter östlich wegen einer stark beschädigten Stützmauer gesperrt, die generalsaniert werden muss. Auch an der Staatsgrenze ist sie unterbrochen. „Das sind derzeit viele Heiß-kalt-Sachen“, beschreibt der Chef des Baubezirksamtes Erwin Obermaier die Situation. Während sich manche Schäden bei genauerem Hinsehen als nicht so schwer herausstellen, entpuppten sich andere bei Rückgang des Wassers als gravierend. Eine Schadenshöhe traut sich Obermaier für die am schwersten betroffenen Bezirke Kitzbühel und Kufstein nicht zu nennen. „Das ist bis Ende der Woche realistisch.“ Noch länger gesperrt bleibt auch die Loferer Straße wegen einer unterspülten Brücke bei Erpfendorf. Bis spätestens Mitte nächster Woche soll eine einspurige Ersatzbrücke Abhilfe schaffen.

Zäh beginnt auch der Verkehr am großen Deutschen Eck zu fließen. Die Autobahn A8 ist einspurig in jede Richtung wieder offen. Die Bahnstrecke hingegen bleibt voraussichtlich noch bis inklusive Montag unterbrochen, die ÖBB behelfen sich mit einem Bus-Notbetrieb. Die Bahn, die für ganz Österreich mit Schäden im hohen zweistelligen Millionenbereich rechnet, bietet Kunden die Rückerstattung bzw. Anrechnung von nicht genutzten Tickets an. (wo, cm)

drucken