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24 Stunden von Le Mans

Audi triumphierte mit Tränen in den Augen, Wurz auf Platz vier

Der sportliche Triumph von Audi beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans rückte aufgrund des tragischen Todes von Allan Simonsen am Sonntag in den Hintergrund.

Le Mans – Überschattet vom tödlichen Unfall des dänischen Rennfahrers Allan Simonsen hat Audi mit dessen Landsmann Tom Kristensen, Loic Duval (FRA) und Allan McNish (GBR) zum zwölften Mal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewonnen. Schlussfahrer Kristensen gewann am Sonntag zum neunten Mal und baute seinen eigenen Rekord weiter aus. Der zweimalige Gewinner Alexander Wurz belegte in der Königsklasse LMP1 im Toyota Rang vier.

In der GTE-Profiklasse triumphierte Richard Lietz mit seinen Teamkollegen Marc Lieb (GER) und Romain Dumas (FRA) im Porsche mit der insgesamt 16. Zeit. Für den Niederösterreicher ist es nach 2007 und 2010 der bereits dritte GT-Sieg in Le Mans. Dominik Kraihamer (Lotus) beendete das Rennen in der zweithöchsten Kategorie LMP2 nicht.

Rang zwei der Gesamtwertung ging mit einer Runde Rückstand an den zweiten Toyota TS 030 Hybrid mit Sebastien Buemi (SUI), Anthony Davidson (GBR) und Stephane Sarrazin (FRA). Dritter wurde ein weiterer Audi. Sieben Runden hinter den Siegern folgten Wurz, Nicolas Lapierre (FRA) und Kazuki Nakajima (JPN).

Bei seinen Einsätzen hatte Wurz mit viel Verkehr zu kämpfen gehabt. „In all meinen Stints habe ich keine einzige Runde ohne Verkehr vorgefunden. Ich habe im Auto ziemlich laut geschrien“, twitterte der Sieger von 1996 und 2009 während des Rennens.

Noch viel mehr Grund zum Ärgern hatte aber Lapierre, der den Toyota rund eine Stunde vor Rennende bei einem für den Fahrer folgenlosen Crash auf regennasser Fahrbahn beschädigte. Die Reparatur nahm eine halbe Stunde in Anspruch, der Kampf um Platz drei war damit endgültig verloren.

„Mit Toyota hatten wir über die gesamte Distanz einen Gegner, der uns alles abverlangt hat. Deshalb ist dieser Sieg - auch unter den wenig erfreulichen Begleiterscheinungen - besonders viel wert“, meinte Rekordsieger Kristensen, der den verunglückten Simonsen sehr gut kannte.

Großer Siegesjubel blieb deshalb aus. „Was soll ich sagen? Natürlich bin ich glücklich über den erneuten Erfolg hier in Le Mans. Aber die Freude ist wegen des gestrigen tödlichen Unfalls meines Landsmanns und Freundes Allan Simonsen doch sehr getrübt“, sagte Kristensen. „Ich kann immer noch nicht fassen, was passiert ist.“ (APA)