Archiv

Letztes Update am In House / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe

Streit um Hotel am Obernberger See geht weiter

Befürworter und Gegner trafen sich mit Landeshaupmann-stellvertreterin Ingrid Felipe.

Von Dominic Dapré

Innsbruck – Im seit Jahren heftig diskutierten Hotelbau am Obernberger See (die TT berichtete) ist jetzt das Land am Zug. Die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck hatte einen positiven Bescheid ausgestellt, daraufhin erhoben Anrainer und die Landesumweltanwaltschaft Anfang Juli Berufung. Seither prüft die Tiroler Landesregierung in zweiter Instanz, ob das Projekt genehmigungsfähig ist. Gestern rückte jedoch die grüne Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe in den Mittelpunkt.

Die Gegner der Hotelanlage versuchten, Felipe mit der Übergabe von 150 Unterschriften zu überzeugen, dass das Vorhaben nicht naturverträglich sei. „Mehr als die Hälfte der Obernberger haben die Forderungen unterschrieben. Bitte halten Sie Ihre Hände schützend über den See“, wünscht sich der Sprecher der Projektgegner, Werner Thalhammer, und verweist auf die drohende Belastung für die Natur. „Wir wollen kein kurioses Hotel, für das die Landschaft gesprengt und zerstört wird.“

Felipe versprach den Obernbergern eine „sachliche, objektive und transparente Prüfung der Einsprüche.“ Unterstützung bekommen die Obernberger vom Alpenverein. Ihr Raumordnungsexperte Peter Haßlacher sieht die „Perlen der Natur“ in Tirol in Gefahr und warnt davor, Landschaften von öffentlichem Interesse zu vernichten.

Kein Verständnis für die seiner Meinung nach „unsachliche Kritik an seinen Hotelplänen“ hat indessen Gerhard Stocker. Er brachte die Idee vom Hochgebirgshotel vor fünf Jahren an die Öffentlichkeit und spricht jetzt von einer „Schlammlawine, die auf uns losgelassen wurde. Zahlen und Fakten werden populistisch verdreht, die Sachlichkeit ist nicht mehr gegeben.“ Der Unternehmer sieht keine Möglichkeit für einen Kompromiss: „Durch die Streiterei verliert der Ort den Nimbus eines Kraftplatzes.“ Dennoch vertraue er auf den Rechtsstaat und werde den Bescheid abwarten.

Während seine Kritiker mit der Idee eines Ausflugsgasthauses am Obernberger See gut leben könnten, steht für Stocker fest, dass man daraus kein Kapital schlagen könnte. Ingrid Felipe will sich vorerst nicht festlegen. „Mein Herz schlägt für die Natur, die Geschichte ist aber noch nicht entschieden.“