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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 09.08.2013

Rassehundeausstellung

Wo King Charles auf Hanky Panky trifft

„Wau“: Bei der internationalen Rassehundeausstellung in Innsbruck werden die schönsten Vierbeiner gewählt.

Beruhigende Worte als Vorbereitung auf den großen Auftritt,    zärtliche Tierliebe und Partnerlook mit dem Frauchen. In der Messehalle tummeln sich dieses Wochenende Hunde aller Größen und Rassen.Fotos: Rottensteiner

© Andreas Rottensteiner / TT Beruhigende Worte als Vorbereitung auf den großen Auftritt, zärtliche Tierliebe und Partnerlook mit dem Frauchen. In der Messehalle tummeln sich dieses Wochenende Hunde aller Größen und Rassen.Fotos: Rottensteiner

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Innsbruck – Bouvier des Flandres, Irish Wolfhound, Cavalier King Charles Spaniel: Am etwas haarigen roten Teppich am Eingang zur Messehalle trifft sich dieses Wochenende alles, was unter den besten Freunden des Menschen Rang und Namen hat. Auf langen, kurzen, stämmigen oder grazilen Beinen – immer aber auf vier – tapsen, trippeln oder stürmen die Protagonisten der Ausstellung in die Hallen.

Mehr als 3500 Hunde versammeln sich an beiden Tagen – 235 Rassen aus 27 Nationen –, doch von drinnen ist nur vereinzeltes Bellen zu hören. Überraschend diszipliniert und entspannt läuft hier alles ab, jedenfalls für den Außenstehenden, der sich zumindest hochspringende Hunde, gegenseitiges Beschnuppern und gelegentliches Anknurren erwartet hätte. Auch die Anwesenheit so genannter „Kampfhunde“ – ein Begriff, den Elisabeth Manner, Büroleiterin des Österreichischen Kynologenverbands, nicht gerne hört – ändert nichts an der ruhigen Atmosphäre. „Ich kann auch aus einem Chihuahua einen Kampfhund machen, wenn ich das will. Das hängt immer vom anderen Ende der Leine ab“, meint sie.

Vor dem großen Auftritt ist Entspannung angesagt: Wenn das Herrchen oder Frauchen schläft, macht auch der wachsamste Vierbeiner die Augen zu. Da lassen sich selbst die Kleinsten nicht von den sie um einiges überragenden Hünen im Hundereich aus dem Konzept bringen.

„Zu jedem Mensch passt ein gewisser Hund“, erzählt Elisabeth Manner während einer Trickdog-Vorführung. Lukas Pratschker, bekannt aus „RTL sucht den Superstar“, führt mit seinem Border Collie Falco Kunststücke vor. Der Hund ist mit Feuereifer dabei, springt über den Purzelbaum schlagenden Teenager, zieht ihn am Seil nach oder schlüpft ihm immer wieder durch die Beine. „Wer sich nicht gerne bewegt, der sollte sich lieber keinen Border Collie zulegen. Das ist eindeutig eine Rasse, die beschäftigt sein will.“

Heliane Maissen-Jarisch vom Richterkollegium bedauert, dass viele bei der Anschaffung eines Hundes nach der Optik gingen. „Und dann wundern sie sich, dass Wesen und Anspruch der Rasse nicht zu ihnen passen.“ Ein Hund gebe einem das Gefühl, nie alleine zu sein, sagt sie. „Es ist eine Herausforderung und eine positive Verpflichtung. Man hat die Verantwortung für ein Lebewesen.“

Vor dem großen Auftritt bei der Prämierung zum schönsten Hund wird noch einmal das ohnehin perfekt sitzende Fell gebürstet oder mit der Schere in Form geschnitten. Da wird gelobt, zärtlich gestreichelt oder Haltung geübt. Beim Großpudel Hanky Panky sitzt schon alles perfekt: Kunstvolle Rasur, Waschen und Föhnen hätten sechs Stunden in Anspruch genommen, verrät die Züchterin. Für den Hund sei das wie ein Wellness-Programm. Tierliebe und Besitzerstolz – oft gehen sie Hand in Hand. (ms)

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