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Jungfernfahrt

Rekord-Container-Schiff macht auf Jungfernfahrt Halt in Deutschland

Die „Maersk Mc-Kinney Møller“ ist das größte Container-Schiff der Welt. Auf ihrer Jungfernfahrt macht legt sie nun erstmals einen Zwischenstopp in Deutschland ein. Ihre Effizienz muss das Schiff noch beweisen.

Die „Maersk Mc-Kinney Møller“ beim Einlaufen in Bremerhaven.

© X01210 Die „Maersk Mc-Kinney Møller“ beim Einlaufen in Bremerhaven.

Bremerhaven – Je größer, desto billiger. Diesem eigentlich unlogischem Prinzip folgend soll die „Maersk Mc-Kinney Møller“ 18.270 Standardcontainer (TEU) gleichzeitig über die Weltmeere transportieren und dabei pro Container 50 Prozent Kohlendioxid einsparen. Dabei spielt der Umweltgedanke wohl nicht die erste Geige im Wunschkonzert der Betreiber. Die Weltgrößte Containerreederei aus Dänemark hat hier vor allem die Kosten im Auge. Und um diese zu sparen ist der Gigant aus Stahl angetreten.

Die „Maersk Mc-Kinney Møller“ ist das erste Schiff der Triple-E-Baureihe. Sie ist 398 Meter lang und 58 Meter breit. Auf dem Deck haben 2000 Stahlcontainer mehr Platz als auf den bisher größten Frachtern. Um diese Ladekapazität zu erreichen, konstruierten die Ingenieure das Schiff bauchiger. Und um Spritkosten zu sparen pflügt der Gigant statt mit den üblichen 25 Knoten mit nur 18,9 Knoten durch die Weltmeere.

Weniger Verbrauch, geringere Kosten

Die Kombination aus Rumpfkonstruktion und reduzierter Geschwindigkeit ergibt die Treibstoffersparnis. Allein die 5 Knoten Durschnittsgeschwindigkeit weniger sollen 40 Prozent Kohlendioxidemissionen einsparen.

Einen zusätzlichen Vorteil ergibt die geringere Geschwindigkeit: Die beiden Zweitaktmotoren mit jeweils rund 43.000 PS Leistung belasten die Schiffswellen weniger heftig. Im Vergleich zum zuvor größten Schiff, der „Emma Maersk“, die mit einem Motor samt 109.000 PS Leistung an den Start ging und durch die gewaltigen Kräfte auf der Schiffswelle schon mal Totalausfälle fabrizierte, ein echter Vorteil.

Außerdem treiben die beiden Motoren zwei Propeller mit je 10 Metern Durchmesser an – eine besserer Manövrierfähigkeit inklusive.

Insgesamt ergibt das neue Design des Schiffes trotz der Übergröße eine Kostenersparnis von rund 40 Prozent gegenüber den Vorgängern. Auf einer Rundreise von Nordeuropa nach Fernost kann damit die Spritrechnung von rund einer halben Million Euro wesentlich reduziert werden.

19 Schwesterschiffe geplant

22 Besatzungmitglieder zählt das Schiff, auf dessen Deck locker neben Football, Eishockey und Basketball auf dementsprechend großen Feldern gespielt werden könnte. In den kommenden Jahren soll die „Maersk Mc-Kinney Møller“ 19 Schwesterschiffe erhalten. Und noch ist nicht klar, wie groß die Einsparungen durch die größere Konstruktion tatsächlich sein wird - das muss er der Betrieb weisen. Denn größere Kapazitäten bedeuten mehr Container, längere Verladezeiten in den Häfen und damit höhere Liegegebühren. Der größere Tiefgang der Schiffe macht zudem das Anlaufen diverser Häfen unmöglich. (tt.com)