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Sommer 2013 war einer der wärmsten der Messgeschichte

Der Sommer 2013 war insgesamt ungewöhnlich warm. Mit 1,2 Grad über dem Mittel zeichnet sich momentan Platz sechs in der 246-jährigen Temperatur-Messgeschichte ab. Es gab auch ungewöhnlich viele Sonnenstunden - österreichweit 19 Prozent über dem Mittel.

Gelegenheit zum Schwimmen hatten die Österreicher im heurigen Sommer ausreichend.

© dpa Gelegenheit zum Schwimmen hatten die Österreicher im heurigen Sommer ausreichend.

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Wien – Heiß, sonnig und trocken - der Sommer 2013 war der sechstwärmste seit Mess-Beginn im Jahr 1767. Zudem war er von Kärnten bis zum Burgenland großteils der trockenste Sommer seit 1932. Und es gab ungewöhnlich viele Sonnenstunden - österreichweit 19 Prozent über dem Mittel. Das ergab Platz fünf seit Beginn der Sonnenschein-Messungen im Jahr 1884, so eine erste Bilanz der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zum meteorologischem Sommer (Juni, Juli und August).

Erstmals Lufttemperaturen über 40 Grad

Insgesamt gab es heuer zwei Hitzewellen. Die erste, relativ kurze, trat Mitte Juni auf. Bei dieser wurde mit 38,6 Grad am 20. Juni in Waidhofen an der Ybbs (NÖ) ein neuer österreichweiter Temperaturhöchstwert für den Juni erzielt. Die zweite Hitzewelle, die vom 20. Juli bis 10. August dauerte, brachte mit 40,5 Grad in Bad Deutsch-Altenburg einen neuen absoluten Temperaturrekord für Österreich und damit erstmals Lufttemperaturen über 40 Grad.

Doch nicht nur das, „der Sommer 2013 war auch insgesamt ungewöhnlich warm. Mit 1,2 Grad über dem Mittel zeichnet sich momentan Platz sechs in der 246-jährigen Temperatur-Messgeschichte ab“, sagte Klimatologe Alexander Orlik. Die meisten Hitze-Tage, also über 30 Grad, gab es in Neusiedl am See im Burgenland mit insgesamt 39. In Klagenfurt wiederum war jeder Tag im Juli ein Sommertag (Höchstwert von 25 Grad und mehr). Das kam in der Kärntner Landeshauptstadt seit Messbeginn noch nie vor.

Kärnten, Steiermark und Burgenland waren die wärmsten Regionen

Die wärmsten Regionen in Bezug auf das klimatologische Mittel waren Kärnten, die Süd- und Oststeiermark und das Südburgenland. Hier war es um 1,4 bis 2,1 Grad wärmer als im Durchschnitt. Die relativ kühlsten Gebiete in diesem Sommer waren Vorarlberg und das Tiroler Oberland sowie Teile des Weinviertels. Hier war der Sommer 2013 um 0,6 bis 0,9 Grad wärmer als das Mittel 1981-2010. Dieses Temperaturmittel setzt sich aus einem durchschnittlichen Juni, einem 2,1 zu warmen Juli und einem 1,3 Grad zu warmen August zusammen.

Der Temperaturverlauf in diesem Sommer war aber nicht nur von extremen Hitzewellen geprägt. Anfang und Ende Juni sowie Ende August gab es unterdurchschnittliche Temperaturen. Die tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort wurde am 27. Juni mit minus zwei Grad in Obergurgl in Tirol auf 1.942 Metern erreicht. Am selben Tag wurde mit minus 8,4 Grad am Pitztaler Gletscher auf 2.864 Metern Höhe auch die absolut tiefste Temperatur in diesem Sommer registriert.

Beim Niederschlag war von extrem nass bis extrem trocken alles dabei. Auf das Hochwasser im Juni folgte eine lange Trockenheit. „In Kärnten, im Großteil der Steiermark und im Burgenland war das der trockenste Sommer seit dem Jahr 1932. Die Niederschlagsmengen lagen hier um 30 bis 65 Prozent unter den Mittelwerten“, so Orlik. Nahe an den Rekordwerten lag auch die Sonnenscheindauer von Juni bis August. „Österreichweit ist das der fünftsonnigste Sommer der Messgeschichte, mit einem Plus von 19 Prozent zum Mittel“, sagte Orlik. Der bisherige Rekord stammt aus dem Jahr 2004 mit 962 Sonnenstunden in Zwerndorf Niederösterreich, Andau im Seewinkel kommt dem mit heuer 955 Stunden sehr nahe.

Sonniger Sommer hat Gletschern überraschend wenig zugesetzt

Eine Überraschung für die Forscher ist, dass der warme und sonnige Sommer den Gletschern verhältnismäßig wenig zugesetzt hat. Eine genaue Auswertung ist zwar erst nach den jährlichen Messungen im September möglich, aber: „Anfang Juni hat es im Hochgebirge mehr als einen Meter geschneit, da ist normal die Schmelze schon voll im Gang. Die schützende Schneedecke hielt sich bis weit in den Sommer. Wir erwarten daher nicht so hohe Massenverluste der Gletscher wie in den letzten Jahren“, erklärte Bernhard Hynek, Gletscherforscher der ZAMG.

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