Südtiroler FP lehnt Treffen mit Strache ab
Innsbruck, Bozen – Das Verhältnis ist seit Jahren belastet, 2008 haben die Südtiroler Freiheitlichen die Zusammenarbeit mit der österreichischen FPÖ eingestellt. Ausschlaggebend war damals die Kooperation der FPÖ im Europaparlament mit rechtsextremen und neofaschistischen Parteien Italiens. Auch die von der FPÖ forcierte Gründung eines Ring Freiheitlicher Jugend in Südtirol stieß dem Obmann der Südtiroler Freiheitlichen, Pius Leitner, sauer auf.
Am kommenden Freitag sollte es jetzt zu einem Treffen von FP-Chef HC Strache mit Vertretern aller deutschsprachigen Oppositionsparteien in Neumarkt kommen. Strache wollte mit der Union für Südtirol, der Süd-Tiroler-Freiheit und den Südtiroler Blauen über politische Fragen im Allgemeinen und die Minderheitenpolitik im Speziellen reden. Am Rande des Treffens war auch eine Aussprache (Versöhnung) mit der Südtiroler FP geplant. Doch dazu kommt es nicht, denn die Südtiroler FPÖ boykottiert das Treffen mit Strache. Offenbar sind die Gräben derzeit unüberwindbar.
Auf Anfrage der TT bestätigte Tirols FP-Chef LA Gerald Hauser, „dass unsere Schwesternpartei in Südtirol nicht an der Veranstaltung teilnimmt“. Hauser bedauere diese Entwicklung, „weil die Nord-, Ost- und Südtiroler Freiheitlichen ja exzellent zusammenarbeiten“. Hier gebe es keine Differenzen, einzig zwischen der Bundespartei und Südtirols FP gebe es Probleme. Hauser glaubt, dass es für eine Normalisierung noch Zeit benötige, hofft jedoch auf eine Zusammenarbeit. „Denn in der Südtirol-Politik verfolgen wird dieselben Ziele.“
In Tirol bereitet sich Gerald Hauser auf den Landesparteitag vor. Der FPÖ-Chef wird sich am 3. Dezember der Wiederwahl stellen. Beim Parteitag 2009 fehlte Hauser krankheitsbedingt, er wurde in Abwesenheit mit 91 Prozent wiedergewählt. (pn)



