14.11.2011
Unterhaus

Nach der Krönung in die verdiente Winterpause

Der SC Imst krönte sich mit einem 2:2-Remis in Telfs zum Winterkönig der UPC Tirol Liga und hat den Tiroler Meistertitel ins Visier genommen.
Nach dem 2:2-Unentschieden in Telfs überwintert der SC Imst an der Tabellenspitze der UPC Tirol Liga.Foto: Toni Zangerl
Foto: zangerl

Von Thomas Mair

Innsbruck – Ein Derby birgt Emotionen und lockt Zuschauer an. Mit Tröten sorgten die Fans für tolle Fußballatmosphäre und peitschten ihre Telfer nach vorne, um den Imstern die zweite Saisonpleite zuzufügen und die damit verbundene Winterkrone zu vermiesen. Bis dato war es lediglich der Schwarz-Elf gelungen, den Tabellenführer zu bezwingen.

Hätte Telfs-Stürmer Benjamin Pohl beim Matchball aus kurzer Distanz gegen die Laufrichtung von Imst-Tormann Gianluca Notar geköpfelt, wäre das Unterfangen auch geglückt. Doch anstatt das vorentscheidende 3:1 zu erzielen, gelang den Imstern noch der 2:2-Ausgleich durch Daniel Beer, weshalb die Elf von Trainer Thomas Schatz nun als Tabellenführer überwintern: „Damit wir da oben stehen, haben wir viel Kraft und Emotion investiert. Wir waren am Limit.“ Nachdem die Winterkrone am Feld ausgiebig gefeiert wurde, setzte das gemeinsame Ripperlessen den Schlusspunkt unter einer herausragenden Herbstsaison.

Schatz hat aber schon jetzt die zukünftigen Herausforderungen im Visier: „Im Jänner geht es dann wieder geballt los mit Fußball und Fasnacht.“ Da gilt es dann den Spagat zwischen dem Sportlichen und Gesellschaftlichen zu finden. Ein Blick auf die Tabelle dürfte übermäßiges närrisches Treiben in der Mannschaft verhindern. „Es heißt Meisterschaft und nicht Mittelfeldschaft. Deshalb nehme ich mir und meinen Leuten nicht den Traum vom Tiroler Meister“, strebt Schatz das höchste Ziel an.

Im Meisterkampf wird auch die Reichenau ein Wörtchen mitreden. Im 22. Herbstspiel gelang den Innsbruckern ein 3:0-Heimsieg gegen Matrei, weshalb der Ligaalltag mit einem „guten Abschluss“ ad acta gelegt werden konnte. „So eine lange Saison geht auf die Substanz“, meinte Trainer Thomas Lenninger, der mit seiner Mannschaft aufgrund des ÖFB-Cup-Spiels am Nationalfeiertag am kommenden Samstag noch einmal ran muss: im Tirol-Cup gegen den SV Reutte.

Nicht mehr mit dabei sein wird dabei Reichenau-Urgestein (seit 2002) Patrick Lebeda, der sich mit 31 Jahren im Fußball-Unterhaus zur Ruhe setzt. Neben einer beruflichen Veränderung will er sich auch verstärkt um seinen Finn kümmern. „Wahrscheinlich hat er auch von mir die Schnauze voll“, witzelte Lenninger, der ihn in der letzten Phase seiner Karriere vom Offensivspieler zum Außendecker umfunktionierte.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 14.11.2011
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