07.02.2012, 11:31  Aktualisiert: 15.02.2012, 11:52 
Formel 1

Motoren heulen wieder: Räikkönen Schnellster am ersten Testtag

Den Mechanikern von Williams soll der mehrfache Leichtathletik-Olympiasieger und -Weltmeister Michael Johnson Beine machen.
Der erste auf der Piste: Heikki Kovalainen.
Foto: gepa

Jerez de la Frontera – Noch brauchten die Williams-Mechaniker nicht aufs Tempo zu drücken. Die Vorstellung des neuen Rennwagens am Dienstagmorgen auf dem Circuito de Jerez (siehe Bildergalerie) war noch keine Frage der Geschwindigkeit. Gemächlich wurde der Wagen von Bruno Senna aus Brasilien und seinem Teamkollegen Pastor Maldonada aus Venezuela vor die Box gerollt, ehe die offiziellen Testfahrten für die kommende Formel-1-Saison begannen.

„Wie Athleten denken“

In der erhofft sich vor allem die Boxencrew von Williams aber einen kräftigen Schub. Kein Geringerer als der mehrfache Leichtathletik-Olympiasieger und -Weltmeister Michael Johnson soll den Mechanikern Beine machen. Bei einem zweitägigen Besuch lernte der US-Sprinter bereits die Fabrik im englischen Grove kennen. „Das Ziel ist, dass sie mehr wie Athleten denken“, sagte Johnson über seinen Job mit der Pit-Stop-Mannschaft.

Heikki Kovalainen hat dann die offizielle Testphase für die kommende Formel-1-Saison eröffnet. Um Punkt 9 Uhr fuhr der Finne mit seinem Caterham auf die 4,42 Kilometer lange Strecke des Circuito de Jerez. Kurz danach folgte Landsmann Kimi Räikkönen im Lotus.

Mercedes noch im Vorjahresauto unterwegs

Der „Iceman“ funktioniert auch fern der Kälte. Im frühlingshaft warmen Jerez de la Frontera hat Räikkönen die erste Formel-1-Bestzeit 2012 aufgestellt. Über zwei Jahre nach seinem bis dato letzten Rennen in der Königsklasse des Motorsports sorgte der Finne am Dienstag beim Auftakt der Testfahrten rasch für klare Verhältnisse.

Der Ex-Weltmeister verwies im Lotus den Briten Paul di Resta im neuen Force India und Nico Rosberg auf die Plätze zwei und drei. Der Deutsche musste allerdings ebenso wie Teamkollege Michael Schumacher am Nachmittag im Vorjahres-Mercedes auf die Strecke. Rekordchampion Schumacher kam dabei auf den sechsten Rang von elf Fahrern.

Top-Teams noch zurück

Im neuen RB8 von Weltmeister-Team Red Bull belegte Mark Webber den vierten Platz. Der Australier darf auch an diesem Mittwoch noch einmal ran. Am Donnerstag und Freitag wird sich Weltmeister Sebastian Vettel ans Steuer seines neuen Rennwagens setzen.

Für Ferrari durfte Felipe Massa die Jungfernfahrt übernehmen. Mit dem F2012, dessen Design mit dem mächtigen Nasenhöcker zwischen brutal und hässlich anmutet, landete der Brasilianer auf dem neunten Platz. Ex-Weltmeister Jenson Button reihte sich im McLaren, der als einziger der neuen Rennwagen mit einer geschwungenen Nase ausgestattet wurde, einen Rang davor ein.

„Willkommen zurück!“

Ein anderer ehemaliger Champion sorgte zum Auftakt für die Bestzeit. „Willkommen zurück, Kimi. Seine schnellste Runde in 1:19,670 hat er auf Mediumreifen hingelegt, falls sich jemand wundern sollte“, twitterte Reifenhersteller Pirelli prompt über Räikkönens rasante Fahrt. So schnell wie Räikkönen im Lotus am Dienstag war kein Pilot vor einem Jahr während der gesamten viertägigen Testfahrten an selber Stelle.

Und das, obwohl Räikkönen mit Ausnahme eines Privattests mit einem alten Auto das erste Mal seit über zwei Jahren wieder im Formel-1-Wagen saß. Sein bislang letztes Rennen hatte der mittlerweile 32-Jährige aus Espoo im November 2009 absolviert. „Manche Leute tun sich schwerer damit, sich an Neues zu gewöhnen“, hatte Räikkönen vor der ersten Ausfahrt gesagt. Das traf auf ihn erstmal nicht zu. (dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 07.02.2012  11:31
aktualisiert: Mi, 15.02.2012  11:52
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