Neunmal auf den Elfer
Neustift – Es gibt wenig, was Mike Küng (43) – er selbst nennt sich MadMikeKüng – nicht schon gemacht hätte: Er sprang von 10.000 Metern mit einem Gleitschirm aus einem Heißluftballon und verlor dabei kurz das Bewusstsein, weil die Sauerstoffleitung vereiste. Es folgten Sprünge aus einem Zeppelin, aus einer Gondel; Küng flog mit dem Gleitschirm über den Ärmelkanal; er landete am Beifahrersitz eines Ferrari – et cetera.
Nun setzt der Steinberger zu einem neuen Satz an: Er will heute Freitag den Höhenmeter-Rekord im Skitourengehen, gefolgt von jeweils einem Flug ins Tal, brechen. Bisheriger Rekordhalter ist der Lermooser Alex Rauter, welcher in weniger als 24 Stunden sieben Gipfel bezwang und dabei rund 9000 Höhenmeter aufwärts wie abwärts bewältigte. Sein Abenteuer hat Rauter in einem Film verarbeitet: „8848“ titelt der Streifen, dessen Name sich an der Höhe des Mount Everest orientiert, welcher zu einem der besten Gleitschirmfilme überhaupt avancierte.
In Wirklichkeit, verrät Rauter, seien‘s noch ein paar Höhenmeter mehr gewesen: „9200 waren es bei mir genau.“ Mehr zu gehen, sagt der Lermooser, wäre hart, jedoch möglich: „Mir ging es aber um was Außergewöhnliches.“
Während Rauter alpine Gipfel rund um Ehrwald bestieg, darunter auch die Zugspitze, positioniert Küng sein Abenteuer publikumswirksam rund um den Stubai Cup, einem traditionellen Fliegerfest dieses Wochenende in Neustift. Neunmal, sagt Küng, wolle er die 1111 Höhenmeter vom Landeplatz in Neustift bis hinauf zum Startplatz hinter sich lassen. Dies wären 9999 Höhenmeter in Summe und ein neuer Rekord, jedoch mit einem kleinen Schönheitsfehler: Anders als Rauter, welcher neun unterschiedliche, zum Teil alpinistisch schwierige Berge bestieg, wird Küng immer auf denselben, einfachen Berg gehen. Und er will die Ausrüstung von der Bahn transportieren lassen.
Der Startschuss fällt heute Freitag, 20 Uhr, in Neustift am Elferlift. Küng wird die ganze Nacht hindurch gehen und fliegen. „Mit kurzen Erholungspausen“, wie seine Betreuerin Ines Sattler verrät. Den Zieleinlauf plant der 43-Jährige für Samstagnachmittag. Nach seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden bei den Red-Bull-X-Alps im vergangenen Jahr ist dies das nächste Abenteuer, auf das sich Küng einlässt.
Der Stubai Cup selbst startet ebenfalls heute Freitag. Alle Piloten, die beim Fun-Wettbewerb an den Start gehen, nehmen an einer Verlosung für Preise im Wert von 5000 Euro teil. Der Hauptgewinn: klar – ein Gleitschirm.
Ein Highlight – auch für Nichtflieger – steht Samstagabend am Programm: X-Alps-Sieger Chriegl Maurer spricht über seine Abenteuer. Karten: www.stubaicup.at. (man)



