Die verlegene Überraschung
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Tirols Sportler und Sportlerin des Jahres: Skispringer Andreas Kofler und Armbrustschützin Franziska Peer.
Foto: Thomas Murauer / TT
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Von Manuel Fasser
Innsbruck – Ganz hinten, fast aus der letzten Reihe, hüpft sie auf und läuft flott zur Bühne, wo „Viktor“, der Preis, auf sie wartet. Franziska Peer heißt sie, Armbrust-Doppel-Europameisterin und überraschend zu Tirols Sportlerin des Jahres 2011 gewählt, die in schwarzem Kleid, mit weißer Weste und nackenlangen Haaren nun neben Moderatorin Sybille Brunner steht. Während ihr Trainer Markus Bichler eine emotionale, schneidige Laudatio in den Saal wirft, empfängt Peer die Festgäste mit sanfter Stimme. „Ich weiß, ich bin aus einer Randsportart“, sagt sie und lächelt dabei verlegen. Peer erzählt aber auch, wie sie Schwimmbadbesuche gegen Nachmittage am Schießstand eintauschen musste. Sie erzählt, wie viel an Arbeit und Fleiß ihre Titel bedeuteten.
Peers Erfolg kam kometenhaft. Nach durchwachsener Karriere fand sie 2007 dank neuer Trainer neue Motivation. Was folgte, war ein Lauf, der in zwei EM-Titeln einen vorläufigen Höhepunkt fand.
In der Teamwertung konnten Tirols Erfolgs-Skispringer Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer den Preis abräumen. Das Besondere daran, erklärt Laudator und Sportlegende Toni Innauer, sei, „dass Skispringen eigentlich kein Mannschaftssport ist. Skispringen sind ja Einzelkämpfer. Ich selbst konnte nicht verlieren.“ Die Frage, wie eng die Bande des Teams wirklich seien, beantwortete Schlierenzauer jedoch zurückhaltend: Ja, es gebe auch Freundschaft abseits des Weltcups. Sein Blick lässt jedoch Fragen offen.
Kofler empfängt gleich noch einen zweiten Preis: Jenen des Einzelsportler des Jahres. „Andreas kann immer lachen, auch bei Niederlagen“, lobt ihn Laudator Armin Kogler.
In der Kategorie der Behindertensportler konnte Martin Falch seinen Titel verteidigen. Was nun noch kommen soll? „Ich weiß es nicht“, sagt er selbst. Sein Wunsch? „Am besten es bleibe alles, wie es ist.“
Der Special Award geht an die St. Antoner Skilegende Karl Schranz, dessen Ausschluss von Olympia 1972 (Sapporo) zum Stück Zeitgeschichte wurde. „Zeit ist‘s g‘worden, dass ich den Preis bekomme“, scherzt Schranz, als er den „Viktor“ überreicht bekommt. Was gewesen wäre, wenn er in Sapporo nicht ausgeschlossen worden wäre? „Dann wäre ich Olympiasieger.“
Der Preis der Aufsteigerin des Jahres ging in Abwesenheit an Judoka Bernadette Graf. Eine Zusammenfassung des Galaabends strahlt ORF 2 am Sonntag, 13.05 Uhr, aus.
aktualisiert: Fr, 27.04.2012 22:24



