30.11.2012
Eishockey

Nödl weg, aber neues Selbstvertrauen ist geblieben

Gegen Linz (heute/19.15 Uhr) beginnt sie – die Haie-Zeit ohne Andi Nödl. Nach zwei Auswärtssiegen soll der kollektive Trumpf auch zuhause stechen.

Von Alex Gruber

Innsbruck – „Haie wollen den Hattrick“ – die Pressestelle des HC Innsbruck ist nach den beiden überraschenden Erfolgserlebnissen in Fehervar (5:2) und Laibach (2:1) zumindest in der Titelzeile der Match-Ankündigung in eine leichte Euphorie verfallen. Warum auch nicht, so viele gute Tage gab es in der Erste Bank Eishockeyliga bislang nicht zu genießen.

Und selbst wenn NHL-Import Andreas Nödl, der bei allen vier Saisonerfolgen am Eis stand, jetzt weg ist, baut sich die Truppe um Coach Danny Naud am kollektiven Denken auf. „Wir wissen jetzt, wie wir spielen müssen. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, ist was drinnen“, sagt Angreifer Alex Höller unisono mit Verteidiger Stefan Pittl. Der hat bei den beiden Saison­niederlagen gegen Linz (4:5 n. P., 2:8) übrigens drei seiner vier Saisontreffer erzielt. Pittl kann sich also auch an einem guten Omen aufbauen: „Die Stimmung in der Mannschaft ist hervorragend, aber das ist nach den beiden Siegen kein großes Wunder.“

Die tägliche Arbeit ging in der vergangenen Trainingswoche leichter von der Hand. „Wir waren ein bisschen befreiter, aber genauso konzentriert“, fördert Naud zwar gerne das Selbstvertrauen, beugt aber auf der anderen Seite etwaigem aufkommenden Übermut tunlichst vor: „Wir haben schon die letzten vier Spiele mit einem Mann wie Andi Nödl, der über sehr gute Offensivqualitäten verfügt, sehr defensiv gespielt. Daran wird sich nichts ändern.“

Geändert hat sich zwangsläufig die Zusammensetzung der Angriffsreihen, die Bryan McGregor heute zu Top­scorer Francis Lemieux und Alex Höller aufrücken lässt.

Geändert hat sich auch die Gefühlslage von Patrick Mössmer, der in Fehervar nach einer gefühlten Ewigkeit wieder über einen Torerfolg jubeln durfte: „Es war wichtig, wieder anzuschreiben.“

Den (vorläufigen) Abgang von Nödl bringt der Haie-Kapitän sachlich auf den Punkt: „Wir haben von vornherein gewusst, dass er nicht lange bleiben wird. Und sicher ist es schwierig, weil keine Tiefe in unserem Kader vorhanden ist. Andererseits sollten wir gleich spielen wie zuletzt. Ich kann ja gar nicht anders spielen“, führt Mössmer aus, dass sich jeder auf seinen Job zu konzentrieren hat. Die Torhüterfrage ist nach zuletzt ansprechenden Leistungen von Patrick Machreich ebenfalls geklärt. Die Null soll gegen den amtierenden Meister aus Linz so lange wie möglich stehen bleiben.

Nebengeräusch: Neuerungen gibt es auch in Sachen Sicherheit bei den Innsbrucker Haien. Nachdem die bisherige Security-Firma bis dato keine Gewerbeberechtigung hatte, wird in den kommenden Partien eine neue Sicherheitsfirma für Recht und Ordnung sorgen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 30.11.2012
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