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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 19.04.2013

Wackers Endspiel-Serie beginnt

Der FC Wacker Innsbruck braucht heute ab 18.30 Uhr im Tivolistadion gegen die Rieder Pokalspezialisten unbedingt einen Sieg, damit sich die Lage im Abstiegskampf zumindest etwas entspannt.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – „Ein Kampfsieg muss her. Genau so einer wie das 1:0 bei meinem Trainerdebüt im Tivoli gegen die Rieder“, weiß Roland Kirchler nur zu gut, was im heutigen Meisterschaftsspiel ab 18.30 Uhr im Tivoli gegen die Spielvereinigung aus dem Innviertel angesagt ist: „Drei Punkte müssen erzwungen werden. Das ist eines von drei Finalspielen. In den kommenden 14 Tagen können wir eine total verpatzte Saison noch umdrehen.“ Auch wenn Psychologen abraten, das Wort Muss-Sieg in den Mund zu nehmen, spricht der Wacker-Coach Klartext: „Was soll ich lange darum herumreden. Es ist so, wie es ist. Jeder weiß, worum es geht. Wer damit nicht fertig wird, hat den Beruf verfehlt.“

Seine gestern via Pressemitteilung verkündete Vertragsverlängerung wollte Kirchler erst gar nicht lang kommentieren. „Vertrag hab’ ich noch keinen gesehen. Aber wir sind uns im Wort und das sollte in Tirol immer noch zählen. Viel wichtiger ist, dass ab Dienstag mit Spielern verhandelt werden kann“, so Kirchler, dem es ganz gelegen kam, dass die Rieder am Mittwoch im Pokal gegen den LASK in die Verlängerung mussten: „Aber es liegt ganz allein an uns, diesen Vorteil auch auszunützen.“ Mit welcher Mannschaft der FC Wacker gegen das 3-3-3-1-System der Oberösterreicher aufläuft, hängt von der Fitness einiger Angeschlagener ab. Kapitän Tomáš Abraham (Knieverletzung) und Dario Dakovic (Grippe) fallen aus, Thomas Löffler, Marco Kofler, Simon Piesinger und Carlos Merino sind fraglich. „Wichtig wird sein, dass wir die Seiten absichern und die sich bietenden Freiräume im Zentrum nützen“, weiß Kirchler, wie man die Cupspezialisten biegen kann.

„Freilich sind neun Punkte in den nächsten drei Spielen möglich. Wir reden von Fußball. Aber zunächst müssen wir gegen die Rieder gewinnen. Das ist schwer genug“, blickt Wackers Abwehrchef Martin Švejnoha, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, dem geforderten „Pflichtsieg“ mit gemischten Gefühlen entgegen.

Rieds Trainer Michael Angerschmid plagen keine Zukunftssorgen. In Liga und Cup haben die Innviertler noch gleichsam Chancen auf den Europacup. Als Sechster liegt die in den jüngsten vier Runden als fleißiger Punktesammler agierende Spielvereinigung (drei Siege, ein Remis) nur drei Zähler hinter dem Vierten Sturm Graz. „Unser Ziel in Innsbruck ist ganz klar ein Sieg“, stellte Angerschmid unmissverständlich klar. Für die Wikinger mit dem Inzinger Clemens Walch war nach dem 2:1-Cuperfolg gegen den LASK nach 120 kräfteraubenden Minuten in den vergangenen Tagen Regeneration angesagt, um im Tivolistadion dem zu erwartenden schwarzgrünen Sturm entsprechend Paroli bieten zu können.