Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 23.08.2013

----------Unterhaus

Respekt, Herr Vizeleutnant

Die TT begab sich auf Spurensuche nach den ältesten Unterhaus-Kickern. Mit 52 Lenzen ist Hans Peter Ellmerer in St. Johann die unangefochtene Nummer eins.

Der älteste Unterhaus-Kicker der laufenden Saison mit seinem hauseigenen Fanklub – Tochter Julia (r.) und deren Freundin Lisa begleiten St. Johanns Torhüter-Veteran Hans Peter Ellmerer zu vielen Partien.Foto: Mühlanger

© www.muehlanger.at Der älteste Unterhaus-Kicker der laufenden Saison mit seinem hauseigenen Fanklub – Tochter Julia (r.) und deren Freundin Lisa begleiten St. Johanns Torhüter-Veteran Hans Peter Ellmerer zu vielen Partien.Foto: Mühlanger

drucken

Von Alex Gruber

Innsbruck – Eine Schulterverletzung von Lukas Foidl und Oberschenkelblessur von Peter Zimmermann beförderten Hans Peter Ellmerer von der Zweier zur Einser. Und mit stolzen 52 Jahren am Buckel hielt der Vizeleutnant den St. Johanner Gebietsliga-Kasten beim 1:0-Heimsieg über Ried/Kaltenbach sauber. „Wir waren gut organisiert. Ich habe nur ein paar Mal herauslaufen müssen“, gab der Edelroutinier das Lob gleich an seine jüngeren Vorderleute weiter.

Über mögliche Risiken und Nebenwirkungen seiner langjährigen Unterhaus-Karriere muss Ellmerer übrigens nicht seinen Arzt oder Apotheker fragen. „Ich bin dank Skitourengehen und Laufeinheiten voll im Saft. Es zwickt mich nirgends“, erfreut sich der rüstige 50er seines Hobbys und findet in Tochter Julia auch seinen persönlichen Edelfan. „Eher sagt schon die Frau, dass ich einen Vogel habe“, lacht er, angesprochen auf die Frage, wie sein familiäres Umfeld auf seine nicht enden wollende Leidenschaft zu König Fußball reagiert.

Die beiden St. Johann-Kampfmannschaftstrainer Emir Music und Albert Trixl ziehen vor Ellmerer ohnehin nur den Hut. „Er ist fast jedes Training. Wenn wir ihn nicht hätten, dann hätten wir ein großes Problem“, spricht Trixl den Torhüternotstand bei den Leukentalern an. Und so sehr Ellmerer sein Dasein zwischen den Stangen auch genießt, so sehr begleitet ihn auch die Sehnsucht, wieder geeignete Nachfolger zu finden: „Vielleicht bringen wir in St. Johann in Zukunft wieder gute Goalies heraus.“

Nach den Strapazen im Kasten genehmigte sich der Goldie gestern dann doch einen einwöchigen Urlaub in Italien, um mit der Familie wieder Kraft zu tanken. Dass Ellmerer die Handschuhe daraufhin aber ins Eck schmeißen wird, scheint ausgeschlossen: „Der Hausarzt rät mir zum Weitermachen“, lacht ihm das Herz.

Der älteste Feldspieler in dieser Saison steht übrigens in der 2. Klasse Ost beim FC Oberndorf im Einsatz. Co-Trainer Josef Kofler bewegt sich mit 48 Lenzen auf den 50er zu. „Er hätte auch die Luft für 90 Minuten, weil er immer in Bewegung geblieben ist und im Winter auch Skitrainer ist“, lobt Coach Josef Feiner seinen Assistenten. Weil sich Kapitän Alexander Brigola bei einem Foul schwer verletzte, hat Kofler für den Herbst dessen Nummer 15 geerbt.

drucken