10.01.2012
Olympia

Olympisches Dorf gibt Hinweis auf die Weltpolitik

In drei Tagen erfolgt der Startschuss für die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck, Seefeld und dem Kühtai.
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Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Tirol stand gestern im Zeichen der Ankunft. Zumindest für jene Menschen, die mit den ersten Olympischen Jugendspielen (13. bis 22. Jänner) verbunden sind. Viele Teams setzten gestern ihre Füße erstmals auf den olympischen Tiroler Boden. Neben Teilen des Aufgebots aus den USA, China und Neuseeland kamen unter anderem auch Sportler und Betreuer aus den europäischen Nationen Armenien, Kasachstan, Ukraine, Bulgarien und Estland in der Tiroler Landeshauptstadt an. Auch die ersten österreichischen Sportler bezogen gestern ihr Quartier im Olympischen Dorf.

Bevor die Sportler aber in die brandneuen Wohnungen einziehen konnten, hatte es eine ausgetüftelte Planung und Organisation gebraucht. Vor allem im Bereich der Sicherheit galt es weit vorauszuplanen. „Keine Frage, das Olympische Dorf ist ein absoluter Hochsicherheitsbereich“, erklärte Philipp Groborsch, der Head-of-Operations mit dem Teilbereich Sicherheit. Manche Nationen hatten im Vorfeld sogar einen externen Sicherheitsberater nach Innsbruck geschickt, um das Konzept der Veranstalter vor Ort zu überprüfen und für gut zu befinden.

Auch die Aufteilung der Nationen in die einzelnen Häuser und Stockwerke glich lange einem Puzzlespiel. „Die fertige Besetzung des Olympischen Dorfs spiegelt eigentlich die aktuelle weltpolitische Lage wider. Manche Nationen kann man einfach nicht zusammenwohnen lassen. Wir haben uns vorher mit Vertretern aus allen Ländern zusammengesetzt und alle Wünsche berücksichtigt“, erinnert sich Groborsch an die anstrengenden Wochen der Planung zurück. Die größte Gefahr liege, laut Groborsch, in jedem Fall an jenen Orten mit dem größten Medienaufkommen. „Deshalb sind die Sicherheitsstandards an den einzelnen Wettbewerbsstätten auch unterschiedlich“, erläutert er weiter. Das genaue Sicherheitskonzept müsse natürlich geheim bleiben. Derweil ging gestern der Kartenverkauf in die letzte Runde. „Es ist sehr viel los. Hier geht es zu wie am Skilift“, berichtete YOG-PR-Manager Hartmut Müller vom Verkaufsstand in der Maria-Theresien-Straße.

Neben den Sportlern kam gestern ein weiterer wesentlicher Punkt von Olympischen Spielen in Tirol an. Am Nachmittag erreichte das olympische Feuer das heilige Land Tirol (Kirchberg). Das passte irgendwie zum großen Tag der Ankunft.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 10.01.2012
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