14.12.2011, 18:03 

FOKUS 3-Schuldenkrise setzt Schweizer Börse zu

(neu: Schlusskurse)

Zürich, 14. Dez (Reuters) - An der Schweizer Börse hat die europäische Schuldenkrise am Mittwoch für Verluste gesorgt. Auslöser war die erste Auktion langlaufender Staatsanleihen nach dem EU-Gipfel, bei der Italien Zinsen in Rekordhöhe zahlen musste. Sorgen um Weltkonjunktur sorgten zusätzlich für Verunsicherung. Die Anleger reagierten mit Verkäufen darauf, dass die US-Notenbank Fed nicht wie erhofft neue Konjunkturhilfen ankündigte. Die deutlichsten Verluste verzeichneten zyklische Titel.

Der Standardwerte-Index SMI sank um 0,7 Prozent auf 5719 Zähler. Der breite SPI gab ein Prozent auf 5152 Punkte nach. Das hoch verschuldete Italien nahm bei der Versteigerung von Papieren mit fünfjähriger Laufzeit zur Wochenmitte drei Milliarden Euro auf. Die Anleger liessen sich ihr Engagement mit einem durchschnittlichen Zins von 6,47 Prozent vergüten. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Euro.

„Der EU-Gipfel hat für eine gewisse Beruhigung gesorgt“, erklärte ein Händler. „Aber für eine nachhaltige Erholung der Börsen muss Europa eine wirkliche Lösung für das Schuldenproblem finden.“ Die Handelsvolumen seien indes bescheiden. Die Anleger konzentrierten sich auf Positionsbereinigungen vor dem Jahresende.

Die meisten Standardwerte verzeichneten Abgaben. An der Spitze der Verliererliste standen konjunkturabhängige Titel. Die Aktien des Zementkonzerns Holcim büssten 3,9 Prozent ein. Das Luxusgüterunternehmen Richemont wurde 3,4 Prozent tiefer bewertet. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Personaldienstleisters Adecco sanken um gut zwei Prozent.

Auch die Banken gehörten zu den Verlierern. Credit Suisse büssten 1,8 Prozent ein. UBS ermässigten sich um 1,4 Prozent. Die Ratingagentur S&P warnte erneut vor einer Zurückstufung von Staaten und Banken in Europa. Auf der Liste für ein potenzielles Downgrade stünden inzwischen 25 staatliche Schuldner und 42 Banken aus Europa.

Nur vier von 20 Standardwerten tendierte fester. Roche gewannen ein Prozent. Auch die Swisscom-Aktien legten trotz der angekündigten Abschreibung auf ihre Fastweb-Beteiligung 0,4 Prozent zu. Dank der Abschreibung von 1,3 Milliarden Franken dürfte die Werthaltigkeit der Beteiligung nun kein Thema mehr sein, so dass der Druck auf den Titel abnehme, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank. Positiv bewerteten Anleger auch, dass die Dividende um einen Franken erhöht werden soll. (Reporter: Oliver Hirt; redigiert von Paul Arnold)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Mi, 14.12.2011  18:03
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