08.04.2011
Innsbruck Land

Mutterer Almbahn gondelt mit Gemeinden weiter

Stundenlang dauerte die gestrige Verhandlungsrunde über die Zukunft des Skigebiets Mutterer Alm.
Foto: Robert Parigger

Mutters – Gemeinden, Tourismusverband, Banken und die Vertreter der Betriebsgesellschaft verhandelten am Donnerstag über die Zukunft der Mutterer Almbahn. Eines stand bereits vor der Sitzung fest: Die Gemeinden Mutters und Götzens sowie der Tourismusverband wollen die Bahn weiterführen, der bisherige Chef der Betriebsgesellschaft, Helmut Zach, kündigte seinen Ausstieg an. Die wirtschaftliche Situation zwingt Zach dazu, außerdem übergibt er seine geschäftlichen Tätigkeiten wie die Führung seiner Hotels an seinen Sohn. Die wirtschaftliche Situation zwingt Zach zum Ausstieg.

Im Prinzip ging es bei der gestrigen Verhandlung um ein Gesamtpaket, bei dem auch die Banken mitspielen müssen. Denn auf der Errichtergesellschaft lasten Verbindlichkeiten von rund 15 Millionen Euro, für die Zach haftet. Eine Bank garantierte dafür. Im Raum stand ein stiller Ausgleich der Errichtergesellschaft, um die Schuldenlast auf rund sieben bis acht Millionen Euro zu reduzieren. Schließlich wollen Gemeinden und Tourismusverband rasch die Verbindung vom Pfriemesköpfl in die Axamer Lizum. Rund neun Millionen müssen dafür aufgewendet werden, die Stadt Innsbruck hat bereits eine Beteiligung zugesagt. Das Projekt ist einreichfähig. Man wartet aber vorerst die Klärung auf der Mutterer Alm ab.

Von der neuen Skischaukel erwarten sich die Gemeinden auch eine wirtschaftliche Verbesserung des Skigebiets. Für die abgelaufene Saison steht die Bilanz zwar noch aus, aber in den beiden Vorjahren schlug jeweils ein Abgang von rund 500.000 Euro in der Betriebsgesellschaft zu Buche. Gleichzeitig geht es aber darum, die Verbindlichkeiten in der Errichtergesellschaft zu verringern.

Zum einen wurde mit den Banken um ein Entschuldungsszenario verhandelt, zum anderen über die Liquidierung der bisherigen Betriebsgesellschaft. Rund 900.000 Euro werden für die Begleichung offener Forderungen benötigt. Dass die Situation angespannt ist, hat sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet. Die Gemeinden wollten eine mögliche Pleite der Bahn unbedingt verhindern und boten sich als vorübergehender Betreiber der Mutterer-AlmBahn an.

Dass sie bzw. ein neuer Investor aus der Seilbahnbranche mit der Mutterer Almbahn weitergondeln, steht fest. Über die genauen Modalitäten wurde aber intensiv gerungen. Die Familie Zach wird künftig nur noch die Hotels in Götzens und Mutters betreiben. (pn)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Fr, 08.04.2011
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