20.04.2011
Innsbruck

Platzgummer könnte als VP-Manager Comeback feiern

Dienstag nach Ostern soll im VP-Vorstand Entscheidung über neuen Landes­geschäftsführer fallen. Bodenseer nicht zufrieden mit Tirol-Team in Wien.

Von Peter Nindler

Innsbruck – Zwei Jahre vor der Landtagswahl steht der Tiroler Volkspartei jetzt ein Wechsel in einer zentralen Position bevor: Weil Hannes Rauch zum Generalsekretär der Bundespartei aufsteigt, muss seine Funktion als Hauptgeschäftsführer der Tiroler VP nachbesetzt werden. Und das soll Dienstag nach Ostern der Fall sein. Bereits gestern hat Parteiobmann LH Günther Platter seine Vorstandsmitglieder zusammengetrommelt. Dabei dürfte es aber nicht nur um die Rauch-Nachfolge gehen, sondern auch über den Unmut in Teilen des Wirtschaftsflügels. VP-Wirtschaftsbundobmann Jürgen Bodenseer hat die Nominierung von Hannes Rauch als Generalsekretär und von Karlheinz Töchterle am Dienstag innerparteilich scharf kritisiert.

Doch zurück zur Frage des neuen Landesparteigeschäftsführers. „Die Entscheidung wird über Ostern fallen, es gibt einige Persönlichkeiten für diese Aufgabe“, betont Platter. Vor allem gehe es um die Vorbereitung der Landtagswahl 2013 und eine Themenoffensive. Ein großes Gedränge gibt es nicht, schließlich soll der oder die Neue politische Erfahrung mitbringen. Experimente will Platter zwei Jahre vor der Landtagswahl keine eingehen. Trotzdem will er ein Signal setzen. Als Wunschkandidatin wird die Direktorin der Wirtschaftskammer Evelyn Geiger-Anker gehandelt. Sie ist eine große innerparteiliche Hoffnung und sollte schon 2008 für die ÖVP kandidieren. Doch es gilt als eher unwahrscheinlich, dass sie die Kammer für die Partei verlässt.

Die wahlkampferprobte AAB-Geschäftsführerin Astrid Stadler reihte sich gestern auch in die Liste der potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten ein. Sie kennt das Geschäft in- und auswendig, wäre aber kein Signal.

Dem stellvertretenden Klubchef im Landtag und Umhausener Bürgermeister Jakob Wolf wird der Wechsel in die Parteizentrale ebenfalls zugetraut. Er hat die Gemeinderatswahl im Vorjahr organisiert und könnte ein Bindeglied zwischen Zentrale und den Bezirken sein. Sein Nachteil: Zu oft wurde er schon für Funktionen gehandelt, zu viele Ämter übt er aus. So ist er auch Geschäftsführer des Seniorenbundes. Wolf hat aber gewichtige Fürsprecher in der Partei und zählt deshalb zur ersten Wahl.

Im Laufe des gestrigen Nachmittags kristallisierte sich jedoch ein weiterer Favorit heraus: der ehemalige Innsbrucker Vizebürgermeister und jetzige Zukunftschef in der Landesregierung Christoph Platzgummer. Zuletzt wurde er auch immer wieder für höhere Weihen gehandelt, im November forcierte ihn Platter als neuen Staatssekretär. Platzgummer genießt nach wie vor hohes Ansehen in der ÖVP und ist eine wichtige Personalreserve. Jetzt könnte er ein Polit-Comeback feiern. Aber wie so oft, wenn sich das Postenkarussell dreht, kommt es anders, als man glaubt. Als mögliche Quereinsteiger werden der ehemalige Chef des ORF-Landesstudios Tirol Robert Barth, aber auch der Sprecher von Landeshauptmann Günther Platter Jürgen Micheler genannt. Micheler dürfte aber keine Avancen auf den Job in der ÖVP-Zentrale haben.

Fix dürfte jedenfalls sein, dass Verena Remler das frei werdende Landtagsmandat von Hannes Rauch übernimmt. Platter bedauert die kurze Karriere von Remler in der Regierung, „ich bin aber froh, dass sie ihre politische Karriere im Landtag fortsetzen kann“.

Der Osttiroler Landtagsabgeordnete und AAB-Chef Andreas Köll freut sich ebenfalls, dass der Bezirk Lienz jetzt mit zwei Mandataren im Landtag vertreten ist. In den nächsten Tagen werden in der ÖVP jedenfalls die Köpfe rauchen, wenngleich Klubchef LA Josef Geisler keinen Stress aufkommen lässt: „Schließlich sind wir sehr gut aufgestellt.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 20.04.2011
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum