27.04.2011
Innsbruck

MedUni kritisiert Motorrad-Tourismus

Innsbruck – Zum heutigen Tag des Lärms lässt die Medizin-Uni mit ihrem Blick auf den Zweiradverkehr aufhorchen. Sie sieht nämlich das Land Tirol in der Pflicht und empfiehlt mit der Ärztekammer Maßnahmen.

Peter Lerche von der Sektion Sozialmedizin hat sich beispielsweise der Hahntennjochstraße stellvertretend für andere Bikerrouten angenommen. Diese diene in erster Linie der Verbindung für das Lechtal. Dass an Spitzentagen bis zu 2000 Biker unterwegs sind, bedeute eine „völlig überdimensionierte Freizeitnutzung“.

Motorradlärm sei störender als Pkw-Lärm. Zum Vergleich: Um den Unterschied im Wohngebiet auszugleichen, müsste eine Beschränkung auf 30 km/h verordnet werden. Ruhige Gebiete seien zudem gemäß Umgebungslärmrichtlinie zu schützen, wendet Lercher ein und sieht Österreich säumig. Tirol sollte als Tourismusland Vorreiter sein.

Für den Umweltreferenten der Ärztekammer, Heinz Fuchsig, sei das Land gefordert, Lösungen mit den Betroffenen zu erarbeiten, da auch der Sommergast bei der Erholung in unverbrauchter Natur sensibel sei. Solange Elektroautos diese hohen Preise hätten, sollten elektrische Zweiräder stärker gefördert werden.

Fuchsig wendet sich zudem mit Empfehlungen noch Innsbruck zu: Das Verbot für nichtelektrische Zweiräder sollte von 22 auf 6 Uhr ausgedehnt werden. Den Flughafen fordert er auf, Kunden zu befragen, ob die Betriebszeiten nicht verlegt werden könnten. (TT)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 27.04.2011
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