Tiroler startet spontanen Hilfstransport für Libyer
Von Christoph Mair
Innsbruck – Rasche Hilfe ist bekanntlich doppelte Hilfe. Getreu diesem Motto bricht auch der Innsbrucker Bernhard Etzl morgen Samstag mit seinem Landrover zu einem in aller Eile organisierten Hilfstransport für libysche Flüchtlinge in Tunesien auf.
Am Montag dieser Woche empfing Etzl, der die nordafrikanischen Länder von vielen Reisen wie seine Westentasche kennt, per Mail einen verzweifelten Hilferuf von einem Bekannten aus Libyen Die Versorgungslage sei in vielen Gebieten durch die monatelangen Kämpfe extrem eingeschränkt, es fehle an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Ca. 50.000 Libyer seien rund um die südtunesischen Stadt Tataounie gestrandet – mit nicht viel mehr als dem, was sie tragen konnten. In der Stadt gebe es zwar Güter des täglichen Bedarfs, den Flüchtlingen fehle aber meist das Geld, heißt es in dem Bericht an Bernhard Etzl.
Der Innsbrucker aktivierte sofort sein über die Reisen geknüpftes Netzwerk, um einen privaten Hilfstransport auf die Beine zu stellen. „Die Menschen in den nordafrikanischen Ländern haben mir auf meinen Reisen so viel Gutes getan. Davon möchte ich einen Teil zurückgeben“, erzählt Etzl, dass er nie gezögert habe, die ungeplante Reise anzutreten. Er hat sofort begonnen, Geld und Sachspenden in seinem großen Bekanntenkreis zu sammeln. Einiges ist schon zusammengekommen (siehe Bild). Doch Bernhard Etzl bittet um weitere Spenden. Gebraucht werde insbesondere Kleidung (T-Shirts, Hosen, auch für Kinder) und vor allem Geld. Denn es sei sinnvoll, Dinge wie Lebensmittel direkt in Tunesien zu kaufen, sagt Etzl. Da es in der kurzen Zeit kaum möglich gewesen sei, ein eigenes Spendenkonto einzurichten, bittet der Innsbrucker Spendenwillige, einfach heute Freitag zwischen 15 und 18 Uhr bei ihm in der Lönsstraße 28 in Pradl vorbeizukommen. Er ist in dieser Zeit mit dem Packen beschäftigt.
Am Samstagmorgen geht es los nach Genua und dort auf die Fähre. Dafür, dass die Spenden bei den Flüchtlingen ankommen, gibt Bernhard Etzl sein Wort. „Die Menschen, die mich kennen, wissen das.“ Außerdem existierten vor Ort zuverlässige Kontakte zum Roten Halbmond, die arabische Schwesterorganisation des Roten Kreuzes. An diese würden die Spenden zur Verteilung übergeben, versichert Etzl. Für die Kosten des Transportes will er selbst aufkommen.





