Bodenseer: Lkw sollen nachts fahren
Von Max Strozzi
Innsbruck – Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer bringt eine alte Forderung wieder aufs Tapet. Das Lkw-Nachtfahrverbot sollte gelockert bzw. aufgehoben werden, konkret spricht sich Bodenseer dafür aus, dass Lkw mit entsprechenden Lärmschutz-Voraussetzungen mit verringertem Tempo auch in den Nachtstunden fahren sollten. „Diese Lkw sollten auch nachts mit 50 oder 60 km/h fahren dürfen“, so Bodenseer: „Damit würden die morgendlichen Frühstaus verhindert werden, die Schadstoffbelastung würde insgesamt reduziert“, glaubt er. Durch die geringere Geschwindigkeit sei auch die Lärmbelästigung geringer, glaubt Bodenseer. Derzeit gilt das Nachtfahrverbot von 22 Uhr bis 5 Uhr (sonntags: 23 bis 5 Uhr) zwischen Langkampfen, Zirl und Brenner. Ausgenommen vom Fahrverbot sind bereits bestimmte Frachten (z.B. Lebensmittel, Lebendtiertransporte, medizinische Versorgung) und emissionsärmere Lkw der Euroklasse 5 und 6.
Im Rahmen eines gemeinsamen Auftritts mit Österreichs Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl machte Bodenseer erneut gegen eine Erhöhung der Lkw-Unterinntalmaut um 25 % mobil. Es müsse eine längere Strecke berücksichtigt werden, sonst trifft die Maut nur Tirols Wirtschaft mit voller Wucht. Schon jetzt würden 125 Millionen Euro an Brennermaut nach Wien abfließen, um Projekte wie den Koralmtunnel querzufinanzieren.
Ein Mautzuschlag im Unterinntal würde keine Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene bewirken, zumal auch die ÖBB viele ihrer Verladestellen schließt und damit eine Verlagerung verhindere, so Bodenseer. Leitl will sich bei Verkehrsministerin Bures dafür einsetzen, den Spielraum bei der Mauterhöhung nicht auszuschöpfen. Auch für Leitl dürfe „die regionale Wirtschaft nicht die Leidtragende“ sein.





