28.07.2011
Innsbruck

Innsbrucker Kinderklinik erhält eine neue Struktur

Die Medizinische Universität diskutiert einen neuen Entwicklungsplan bis 2015, Strukturänderungen an einigen Kliniken sind geplant.

Von Peter Nindler

Innsbruck – Er wurde mit Spannung erwartet, seit 20. Juli liegt der 777 Seiten umfassende „Entwicklungsplan 2011–2015“ für die Medizinische Universität Innsbruck (MUI) vor. Gestern stand der Entwicklungsplan auf der Tagesordnung des Senats der Med Uni. Gleichzeitig diskutierten die Senatsmitglieder über das Berufungsverfahren am Institut für Pathologie. Ab 1. September soll das Institut interimistisch durch einen externen Facharzt und die Institutsleitung noch einmal ausgeschrieben werden.

Der Entwicklungsplan für die Medizinische Universität mit 35 Kliniken und 1600 Betten sowie einem theoretischen Campus mit vier Departments sowie 44 Instituten sieht zum Teil einschneidende Veränderungen vor. Im Universitätsklinikum und in den Einrichtungen der Universität arbeiten derzeit 1500 Ärzte und Wissenschafter.

Eine der gravierendsten Änderungen betrifft die Kinderklinik. Anstatt fünf Kliniken soll es künftig nur noch drei bzw. zwei geben: 

• eine Universitätsklinik für Pädiatrie I mit den Aufgaben Gastroenterologie und Hepatologie, Transplantation, Hämatologie, Onkologie, Nephrologie, Infektiologie, Endokrinologie, einschließlich Diabetologie und Rheumatologie, Neuropädiatrie und Stoffwechselerkrankungen;

• eine Klinik für Pädiatrie II mit den Aufgaben Neonatologie, Neonatale Intensive Care Unit (NICU), Frühgeborenen Nachsorge, Risikokinder; • eine Klinik für Pädiatrie III mit den Aufgaben Kardiologie, Pneumologie, Allergologie und Zystische Fibrose. „Durch eine neue Struktur wird das Department Kinder- und Jugendheilkunde an die modernen Erfordernisse des Fachs angepasst und zugleich kann durch Konsolidierungsmaßnahmen und Schaffung von Synergien der Kostendruck auf die MUI gesenkt werden“, heißt es im Entwicklungsplan.

Noch offen ist, wie es mit der Kinderkardiologie nach dem Ausscheiden des bisherigen Chefs Ingolf Stein weitergeht. „Nach dem Ausscheiden des jetzigen Stelleninhabers der Professur für Kinderkardiologie wird die Notwendigkeit einer eigenen Klinik für Kinderkardiologie neu evaluiert“, wird im Entwicklungsplan eine eigene Kinderkardiologie hinterfragt.

Neu strukturiert wird auch die Innere Medizin: Insgesamt werden sechs Universitätskliniken etabliert. Gastroenterologie und Stoffwechsel, Hepatologie (Lebererkrankungen) und Gastroenterologie, Kardiologie und Gefäßerkrankungen, Nephrologie (Nierenerkrankungen) und Hypertensiologie (Bluthochdruck), Hämatologie und Onkologie sowie Infektiologie, Immunologie, Pneumologie (Lungenerkrankungen) und Rheumatologie.

Kritik übt im Vorfeld SP-Gesundheitssprecherin und Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling. Zwar sieht der Entwicklungsplan auch die Errichtung einer Public Health School vor, doch Schiessling befürchtet, dass dafür noch nicht die notwendigen Voraussetzungen geschaffen wurden.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 28.07.2011
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