03.08.2011
Innsbruck

In Dirndl und Lederhose nach Neuem trachten

Der 18. September soll ein Festtag für alle Tiroler werden – und zwar in Tracht. Der Landestrachtenverband legt sich dabei so richtig ins Zeug.
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Von Marco Witting

Innsbruck – Die Fotoapparate der Touristen klickten, die Zaungäste klatschten, die jungen Schuhplattler aus Vill und Igls tanzten. Ein Moment, in dem jedem Brauchtumsfan das Herz aufging. In ihren kleinen und manchmal doch noch etwas zu großen Lederhosen und den hübschen Dirndln begeisterten die vier Pärchen gestern zum Auftakt der Pressekonferenz zu „Tirol trägt Tracht“ das Publikum und die Initiatoren gleichermaßen.

Mit diesem Charme und der Liebe zur Tradition, die gestern im Tirol Panorama präsentiert wurde, will der Landestrachtenverband auch am 18. September punkten. Der Notburga-Sonntag, der Ehrentag der Schutzpatronin für alle Trachtenverbände, soll ein Festtag werden. „Für alle Tiroler“, wie Landeshauptmann Günther Platter, der gleichzeitig auch Präsident des Landesverbands ist, betont. Und das alles natürlich in jener Kleidung, die seit Jahrzehnten getragen wird. Der Tracht.

Rund 80.000 Trachtenträger sind in den verschiedensten Traditionsvereinen organisiert. 20.000 weitere sollen eine richtige Tracht daheim haben. „Wir erkennen, dass die Jugendlichen einerseits weltoffen sind und andererseits aber auch eine große Sehnsucht nach Regionalität und Heimatverbundenheit haben“, sagt Platter. Dies sei auch daran erkennbar, dass die traditionelle Bekleidung der Region wieder stark im Kommen sei.

Den Trachtentag ließ sich Oswald Gredler, Obmann des Landestrachtenverbandes, einfallen. Tradition sei „in“. Das erkenne man auch, wenn man bei Festen einen Blick ins Bierzelt wagt.

Dabei hat sich das Bild von Dirndl, Lederhose, Janker und Joppe stark gewandelt. Heute ein reines Festtagskleid, war es früher auch Arbeitskleidung. Wie viele verschiedene Varianten es in Tirol überhaupt gibt? Da tut man sich auch beim Landesverband schwer. Zu viele unterschiedliche Variationen, regionale Feinheiten und örtliche Besonderheiten gibt es.

„Tirol ohne Tracht wäre wie Tirol ohne Berge“, sagt auch Raiffeisen-Vorstand Hannes Schmid als einer der zahlreichen Unterstützer der Aktion, die auch von der Tiroler Tageszeitung gefördert wird.

Und weil zu Brauchtum auch zünftige Musik und die entsprechende Festkultur gehört, sind auch die Tiroler Wirtshäuser am 18. September eingebunden. Darüber hinaus wird es auch eine Kooperation mit dem FC Wacker Innsbruck geben – die Details dazu werden noch ausgearbeitet.

Das Ziel ist klar definiert: Jährlich am dritten Sonntag im September sollen alle Tirolerinnen und Tiroler animiert werden, ihre Tracht auszuführen. In Zusammenarbeit mit den Volksschulen startet der Landesverband im kommenden Schuljahr noch ein besonderes Projekt. Unter Brauch-Tanz soll den Kindern der Volkstanz nähergebracht werden.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 03.08.2011
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