15.09.2011, 14:04  Aktualisiert: 15.09.2011, 15:32 
Granatenfund

Verborgen, unscheinbar, gefährlich - Ein Fall für den Entminungsdienst

In der Fallbachklamm bei Absam konnte am vergangenen Mittwoch eine Werfergranate, die Wanderer am Wochenende entdeckt hatten, entschärft werden.
Die Fallbachklamm oberhalb von Absam war im zweiten Weltkrieg Übungsgebiet. Immer wieder werden dort Granaten gefunden. Letztens am vergangenen Wochenende.
Foto: Clemens Darnhofer

Absam, Innsbruck – Verborgen im Bachbett schimmerte es bräunlich-grau. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der unscheinbare Klumpen als Werfergranate aus dem zweiten Weltkrieg. Mittlerweile konnte der scharfe Sprengkörper, der am vergangenen Wochenende oberhalb des ersten Wasserfalls der Fallbachklamm gefunden wurde, unschädlich gemacht werden.

„Wir haben gestern Nachmittag kurz vor 14 Uhr die Granate sprengtechnisch vernichtet“, berichtet Martin Weber vom Entminungsdienst der Polizei. Der Experte war gemeinsam mit dem Finder in die Fallbachklamm aufgestiegen und hatte das Kriegsrelikt an einem sicheren Ort entschärft.

Drei Innsbrucker waren während einer Wanderung letzten Samstag auf die acht Zentimeter große Werfergranate gestoßen. Nachdem die drei die Polizei informiert hatten, musste der Entminungsdienst aus Wien anrücken.

Dass in der Gegend oberhalb von Absam noch weitere Kriegsrelikte entdeckt werden könnten, kann Weber nicht ausschließen. Durch Niederschläge, Regen und Schnee könnten Granaten angeschwemmt bzw. zu Tage befördert werden. Die Fallbachklamm sei während des zweiten Weltkrieges als Übungsplatz genützt worden.

Heuer wurden dort bereits insgesamt vier Funde gemeldet, dabei konnten ein Dutzend Mörser- und Werfergranaten entschärft werden. Die Polizei ist beim Auffinden der Relikte auf die Aufmerksamkeit der Wanderer angewiesen, erklärt Edelbert Kohler von der Sicherheitsdirektion Tirol.

Martin Weber gibt zu bedenken, dass ganz Österreich Kriegsschauplatz war. Es sei deshalb schier unmöglich das Land gezielt nach Sprengkörpern zu durchkämmen. „Granaten können überall vorkommen.“

„Granaten liegen lassen“

Beide Männer appellieren deshalb an die Vernunft der Finder. „Granaten und Bomben müssen liegen gelassen werden. Das Fundstück sollte fotografiert werden, bestmöglich zusammen mit einem anderen Gegenstand als Größenvergleich. Unter keinen Umständen soll es verlagert werden“, rät Weber vom Entminungsdienst. Außerdem sollten Erschütterungen vermieden werden.

„Die Polizei sollte umgehend alarmiert werden“, ergänzt Kohler. „Lieber zehn falsche Alarme, als einer der entsprechende Konsequenzen auslöst.“ (deda)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 15.09.2011  14:04
aktualisiert: Do, 15.09.2011  15:32
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