Der Überschallknall schlägt ein wie ein Blitz
Innsbruck, Wien – Am Himmel düst ein Eurofighter mit einer Geschwindigkeit von fast 2000 km/h vorbei. Das Auge kann kaum folgen. Ein Knall wie ein Donner. Dazu eine Erschütterung, als hätte ein Blitz eingeschlagen. Die Eurofighter des Bundesheers überfliegen diese und kommende Woche das Unterland und Osttirol. Wann und wo genau geflogen wird, legt die Einsatzleitung der Trainingseinheiten am Tag zuvor fest.
Heute könnte es zum ersten Mal über Tirol knallen – und am Boden klirren. Im Juni sollen bei einem Einsatz im Bezirk Amstetten Fensterscheiben zerborsten sein.
Oberstleutnant Edgar Strasser bestätigt den Vorfall zwar nicht und bezeichnet die Gefahr für Schäden als gering, fügt aber dennoch an: „Wenn Schäden auftreten sollten, kann man sich an das Militärkommando Tirol wenden. Die nehmen den Vorfall auf“, sagt Strasser. Oberst Wolfgang Wulz ergänzt, dass der Überschallknall, der den Boden erreicht, „mit einem Blitzeinschlag zu vergleichen ist“.
Für den Lärm bittet das Bundesheer jetzt schon um Verständnis. Die Piloten müssten Strasser zufolge zwei Mal pro Jahr das Abfangen anderer Flugzeuge üben. Um die Belastung so gering wie möglich zu halten, wird jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 8 und 17 Uhr geflogen. Außerdem erreichen die Eurofighter nur über dünn besiedeltem alpinem Gebiet die Überschallgeschwindigkeit.
Der weithin hörbare Knall entsteht durch Stoßwellen, die auftreten, wenn sich ein Flugzeug der Schallgeschwindigkeit nähert. Durchbricht es die Schallmauer breiten sich die Stoßwellen aus. (chris)





