„Geld zurück, oder ich twittere!“ - Die Wirtschaft braucht Social Media
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Armin Wolf erklärte in pointierten Erkenntnissen die Entwicklung der Mediennutzung seit den 50er Jahren.
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Innsbruck – Soziale Netzwerke, sprich Social Media, spielen mittlerweile in vielen Unternehmen eine zentrale Rolle. Sie dienen nicht nur als interne Kommunikationsplattform, sondern vor allem auch als Marketing-, Werbe- und Vertriebsinstrumente. Wie diese sozialen Neztwerke das Leben in der Wirtschaft beeinflussen, stand am Donnerstag im Mittelpunkt einer Tagung der Wirtschaftskammer mit hunderten Teilnehmern in der Innsbrucker Messehalle. „Die Wirtschaft kann sich den neuen Medien nicht verschließen“, stellte die Spartenobfrau der Wirtschaftskammer für Informaition und Consulting, Regina Stanger, bei der Eröffnung klar. „Und deshalb braucht die Wirtschaft auch Profis in Sachen neue Medien.“
Und diese Profis - nicht nur aus Tiroler Sicht - zeigten in ihren Vorträgen auf, welchen Mehrwert die neue Medienwelt den Unternehmern aber vor allem deren Kunden bieten kann. „Im Internet präsent zu sein, reicht dafür nicht mehr“, erklärt Social Media Experte Thomas Thaler. User oder wie auf Facebook Fans verlangen nach Inhalten. Wer mit Facebook Geld verdienen will, muss diesen bieten.“
Einen anderen Weg, um auf Facebook Geld zu verdienen, zeigte der Wahl Tiroler Hendrik Maat auf, der mit einer Software- und Ideenschmiede in Ötztal Bahnhof in der Web 2.0-Welt seit Jahren für Innovationen sorgt. Maat sieht in seinen Projekten vor allem für Händler großes Potential direkt via Facebook Produkte zu verkaufen und unterstrich das auch mit beindruckenden Umsatz-Prognosen in Milliardenhöhe.
Wo, wie oft und mit wem die Nutzer von Social Media-System miteinander in Kontakt treten brachte der Computational Information-Designer, Walter Raffelsberger, in beeindruckender Weise auf die Leinwand. In Echtzeit zeigte er in leicht verständlichen Grafiken beispielsweise das Soziale Netzwerk von ORF-Anchorman Armin Wolf auf Twitter, Kontaktströme zwischen den Kontinenten oder das twitter-Verhalten von Fernsehzusehern während einer Wahl-Sendung zur Gemeinderatswahl in Wien auf.
Staunende Gesichter und nicht wenige Lacher erntete dann aber der Hauptredner des vormittags, Österreichs Nummer eins Twitterer Armin Wolf, mit seinem Vortrag über die Entwicklung des Medienverhaltens der Menschen seit den 50er-Jahren. „Wenn ein 22-Jähriger keinen Facebook-Account hat, dann ist die Chance groß, dass er Autist ist“, erklärte Wolf trocken. „Wenn Sie junge Menschen erreichen wollen, führt an Facebook kein Weg vorbei.“
Wolf ließ aber auch mit Zahlen aus der Medienbranche aufhorchen, die beweisen, dass nicht der Umfang des Medienkonsums in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Vielmehr würden sich die Konsumenten durch die verschiedenen Möglichkeiten auf immer neue Kanäle verteilen. „Jeder Österreicher konsumiert 583 Minuten pro Tag Medien. Mehr geht offensichtlich nicht mehr, weil irgendwann müssen die auch arbeiten, schlafen, oder doch einmal mit Ihrem Mann oder Ihrer Frau reden.“
Während etablierte Medien stagnieren oder teilweise Kunden verlieren, zeigten Wolfs Zahlen unglaubliche Zuwachsraten für das Internet, das sich am Weg an die Spitze der Statistik bereits wieder in neue Kanäle aufteilt.
Trotz des großen 2.0-Angebots im Netz war für alle Vortragenden eines ganz klar: Web 2.0 und Social Media im speziellen haben abseits der breit diskutierten Gefahren großes Zukunftspotential. Vor allem auch für die Wirtschaft. „Auch wenn die Holzmedien in Tirol (Anm.: Für Wolf sind das Zeitungen, die „auf totes Holz gedruckt“ werden) weiter eine beachtliche Zahl an Menschen erreichen“, streut Wolf nicht zuletzt der Tiroler Tageszeitung Rosen. „In Zukunft könnten unzufriedene Kunden in ihr Geschäft kommen und drohen: „Geld zurück, oder ich twittere!“ (upf)
aktualisiert: Do, 29.09.2011 16:40





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