Tiroler verstimmt über Südtiroler Windkraft-Ja
Innsbruck – Nicht einmal der kräftige Föhnsturm wäre gestern dazu in der Lage gewesen, den jüngsten Beschluss der Südtiroler Landesregierung über den Brenner ins Innsbrucker Landhaus zu wehen. „Wir haben bis dato nur die Zahlen, sonst nichts“, kann LHStv. Hannes Gschwentner mit seinem Ärger über die Südtiroler Kollegen kaum hinterm Zaun halten. Auf die Details müsse er noch warten, bis der Beschluss ihm in verschriftlichter Form zugestellt werde.
Wie berichtet, genehmigte gestern die Südtiroler Landesregierung den Windpark in den Brennerbergen. Anstatt 31 sollen jetzt nur noch 19 Windräder gebaut werden – mit Auflagen, wie einem Radarsystem für Zugvögel, einer unterirdischen Führung der Stromleitung oder einer ökologischen Baubegleitung.
Über die Schnelligkeit des Beschlusses zeigt sich Gschwentner überrascht. Vielmehr aber, dass Südtirol Tirol nicht früher umfassender über das abgeänderte Projekt informiert hatte. Hatte sich doch Tirol (respektive die Republik Österreich) im Rahmen der durchgeführten grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung klar gegen das Windkraftprojekt ausgesprochen. So wie eben auch der Südtiroler Umweltbeirat. Beide Bedenken wurden vom Tisch gewischt.
Welche Standorte wurden gestrichen? Was soll das Radarsystem bringen? Fragen, auf die die Tiroler derzeit keine Antwort bekommen. Gerade der Erfolg des Radarsystems werde von Experten seit jeher bezweifelt, kritisiert Gschwentner.
„Wir behalten uns rechtliche Schritte vor“, schließt Gschwentner einen Rekurs gegen das Südtiroler Windkraft-Ja nicht aus. Vorher seien aber die Fakten zu prüfen. Sofern der Wind auch die Infos bald nach Nordtirol trägt. (mami)





