10.12.2011
Tirol

Licht und Schatten bei VP-Umfrage

Eine aktuelle Umfrage sieht die ÖVP vor FPÖ, SPÖ und Grünen. Zwei Drittel der Befragten sind unzufrieden mit der Politik im Land.
LH Günther Platter bekommt bei der von seiner ÖVP in Auftrag gegebenen Umfrage gute Werte, der politische Stil im Land erntet Kritik.Foto: Böhm
Foto: Robert Parigger

Von Mario Zenhäusern

Innsbruck – Im Auftrag der Tiroler ÖVP hat das „Institut für Marktforschung und Regionalumfragen“ (M & R) Anfang November 600 Tirolerinnen und Tiroler zum Zustand der Tiroler Politik befragt. Auch wenn die dabei erhobenen Daten für die ÖVP nicht so schlecht sind – unterm Strich bleibt, dass großer Handlungsbedarf besteht. Und das nicht nur in der ÖVP.

65 Prozent der Befragten (und 46 Prozent der dezidierten VP-Wähler) sind nämlich der Meinung, dass in der Tiroler Politik generell Veränderungen notwendig sind. Bei der Frage, was denn geändert gehört, gehen die Meinungen allerdings auseinander. Am öftesten nannten die Befragten den Politikstil (mehr Zusammenarbeit), die Machtkonzentration, auch das Thema Agrargemeinschaften kam immer wieder vor. Letztere spielten auch bei der Frage, ob in Tirol die eine oder andere Gruppe bevorzugt werde, eine Rolle: 41 Prozent verneinten jede Bevorzugung; von den 55 Prozent, die anderer Ansicht sind, machte fast die Hälfte das Problem an den Landwirten fest.

Bezeichnend auch, dass 57 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass sich die Tiroler Politik hinsichtlich der Skandale in nichts von der Bundespolitik unterscheide.

Diesen auch für die ÖVP als Auftraggeber der Umfrage bedenklichen Werten stehen relativ stabile Daten bei der Sonntagsfrage gegenüber. Im Vergleich zur letzten Umfrage im April 2011 hat die Partei so gut wie nichts an Boden verloren und hält – hochgerechnet – nach wie vor bei 42 bis 43 Prozent. Neu auf dem zweiten Platz ist laut „M & R“ die FPÖ mit 17 bis 18 Prozent, die damit im Vergleich zur Landtagswahl 2008 fünf Prozentpunkte zulegen würde. Die SPÖ hält weiter bei 15 bis 16 Prozent, die Grünen legen um vier Prozentpunkte auf 14 bis 15 Prozent zu. Detail am Rande: In den Rohdaten der Umfrage liegen FPÖ, SPÖ und Grüne beinahe gleichauf und erreichen gemeinsam in etwa den Rohdatenwert der ÖVP.

Großer Verlierer ist laut „M & R“ nach wie vor das Bürgerforum (Liste Fritz), das gegenüber 2008 beinahe zehn Prozentpunkte verliert und derzeit laut VP-Umfrage bei acht bis neun Prozent der Stimmen hält. Fast ein Drittel der Befragten machte übrigens keine Angaben.

Für Tirols VP-General Martin Mallaun ist klar, dass „wir dem Wunsch nach Veränderung Rechnung tragen müssen“. Allerdings betreffe zum Beispiel der oft kritisierte politische Stil im Land nicht allein die ÖVP: „Fest steht aber, dass dieser Stil den Leuten nicht passt. Das müssen wir abstellen.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 10.12.2011
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