08.02.2012
Osttirol

Spontan und originär: Kunst aus Gugging

Arnold Schmidt, hier „Zwei Figuren“, ist einer der vier Künstler, die in der Galerie Pedit präsentiert werden.Foto: Funder
Foto: Funder

Von Claudia Funder

Lienz – Das „Haus der Künstler“ in Gugging, vor über 30 Jahren gegründet, ist in Fachkreisen auf der ganzen Welt ein Begriff. Werke der Künstler aus der von Leo Navratil ins Leben gerufenen Institution werden in namhaften Museen und Galerien ausgestellt und erzielen zum Teil enorme Preise. Die Künstler von Gugging zählen zu den wesentlichsten Vertretern der Art Brut, einer ursprünglichen, spontanen, herben Kunst, die von einer individuellen, unreflektierten Formenwelt und -sprache jenseits jeder Kopflastigkeit zeugt. Sie entsteht ohne oder mit geringem Blick auf die Kunstgeschichte, ohne akademischen Hintergrund. Geprägt wurde die Bezeichnung „Art Brut“ bereits in den 1940er-Jahren durch den Franzosen Jean Dubuffet als eine abseits etablierter Kunstformen und -strömungen zu sehende Kunst. Gaudens Pedit von der gleichnamigen Lienzer Galerie besuchte im vergangenen Sommer das „Haus der Künstler“, das unter der Leitung von Johann Feilacher zum Art-Brut-Center mit Museum, Galerie, Atelier und Wohnstätte erweitert worden war, und entschied sich, vier Künstler in Lienz auszustellen. Ab 8. Februar sind einmotivige, aber sehr ausdrucksstarke Farbzeichnungen der Autistin Laila Bachtiar und mit viel Liebe zum Detail erstellte Tuschezeichnungen von Johann Garber zu sehen. Ferner präsentiert Pedit typisch kraftvoll gemalte Figuren von Arnold Schmidt und Erotisches von Karl Vondal. Auf die Galeriebesucher warten 59 Exponate, deren Gesamtperformance ausgesprochen interessant ist. Auch zwei Publikationen von Johann Feilacher liegen auf. Die Ausstellung ist bis 24. März zu sehen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 08.02.2012
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