08.02.2012
Innsbruck

Volksbank wäre Braut, der man traut

Die anderen Tiroler Banken zeigen Interesse an der Volksbank Tirol, falls diese aus dem Sektor austritt.
Das Liebeswerben der anderen Tiroler Banken um die Volksbank ist noch etwas verhalten.Fotos: Böhm (3), Parigger, APA

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Volksbank Tirol revoltiert gegen die Wiener Pläne, die zur Rettung des hochdefizitären Sektor-Spitzeninstituts ÖVAG umfassende Haftungen und Eingriffsrechte vorsieht. Die Volksbank Tirol müsste 83 ihrer 145 Mio. Euro Kernkapital in Wien hineinkonsolidieren. Aufsichtsratschef Robert Oelinger hatte, falls sich nichts Wesentliches ändert, gegenüber der TT mit einem Nein zur Lösung und sogar mit einem Austritt aus der Volksbanken-Gruppe gedroht. Oelinger hatte für den Fall des Austritts angekündigt, man werde Alternativen ausloten.

Kommt es zur Scheidung, dürfte die gewinn- und kapitalstarke Volksbank Tirol nicht lange allein bleiben, wie die Reaktionen der anderen Institute zeigen. Für Hypo-Aufsichtsratschef Wilfried Stauder ist die Volksbank Tirol „eine stark verankerte Bank, die stets gut geführt wurde und die sich auch auf weniger Abenteuer eingelassen hat als die Hypo in früheren Jahren“. Aus Sicht von Stauder wäre es schade, wenn viele Millionen Tiroler Geld nach Wien fließen würden, ohne dass dort mehr Mitspracherecht herauskomme, sondern im Gegenteil weniger. Die Hypo sei für sinnvolle Kooperationen in Tirol gesprächsbereit.

BTV-Vorstandschef Peter Gaugg glaubt, dass ein Austritt aus dem Volksbanken-Sektor nicht so leicht zu vollziehen ist. „Normalerweise gebe ich die alten Schuhe nicht weg, wenn ich die neuen noch nicht kenne.“ Trotzdem würde man im Falle des Falles reden, eine Lösung könnte aber nur eine vollständige Integration mit der BTV sein.

Raiffeisen-Landesbank-Chef Hannes Schmid betont, dass es bei Raiffeisen zwar auch eine Haftung, aber keine Vollkonsolidierung gebe. Ein Andocken der Volksbank Tirol an Raiffeisen würde „intensive Gespräche auf Bundes- und Landesebene“ benötigen, weil man ja auch selbst flächendeckend tätig sei.

Der Tiroler-Sparkassen-Obmann Harald Wanke lobt die Stärke der Volksbank Tirol. „Sie hat über viele Jahre gezeigt, dass sie gut wirtschaften kann.“ Jetzt solle sie für andere zahlen, die es nicht so gut gemacht hätten. Eine Eingliederung in den Sparkassensektor müsste man laut Wanke intensiv diskutieren.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 08.02.2012
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum