Betreuungsriese Home Instead vor Start in Tirol
![]() |
||
Innsbruck – Der weltweit tätige Anbieter für Seniorenbetreuung, Home Instead, will von Tirol aus in Österreich expandieren. Das Unternehmen bietet nichtmedizinische Betreuung für ältere Menschen an, die zuhause leben wollen – also etwa Begleitung und Gesellschaft daheim, Hilfe im Haushalt oder Unterstützung bei der Grundpflege. Das US-Unternehmen agiert mit einem Franchise-Modell und fest angestellten Betreuern.
Nach Innsbruck bringen will das Konzept der gebürtige Tiroler Paul Fritz. Er ist Eigentümer und Chef von Home Instead in der Schweiz, wo er in 15 Geschäftsstellen rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. In Wien hat er bereits einen Pilotversuch gestartet. Für die Expansion in Österreich, die von Tirol und Vorarlberg aus geführt werden soll, sucht Fritz nun einen Partner. „Ich habe 2008 die so genannte Masterlizenz für Österreich erworben, die ich nun abgeben möchte, da ich mich auf den Aufbau in der Schweiz konzentrieren will“, erklärte Fritz. Seine Vision für Österreich: 25 Geschäftsstellen, 4000 bis 5000 Angestellte und 5000 betreute Senioren.
Das österreichische Modell der legalisierten 24-Stunden-Betreuung zuhause sieht Fritz kritisch – vor allem, weil dabei Qualitätsstandards nicht zentral überwacht werden könnten. „Österreich geht hier einen einsamen Weg. In der Schweiz wird dieses Modell verboten“, erklärte Fritz. Home Instead arbeite mit einem 24-Stunden-Modell und ausschließlich mit angestellten Mitarbeitern, so genannten „Caregivern“. Diese seien im Durchschnitt 10 bis 15 Stunden pro Woche im Einsatz, unter ihnen seien viele ältere Arbeitnehmer und Quereinsteiger. Im Gegensatz zur Hauspflege in Österreich, die großteils von Pflegerinnen aus Osteuropa abgedeckt wird, arbeiten bei Home Instead in der Schweiz fast ausschließlich Schweizer Staatsbürger, erklärt Fritz. Eine Betreuungsstunde koste zwischen 18 und 20 Franken – also umgerechnet rund 15 bis 16,60 Euro.
Home Instead ist weltweit in 17 Ländern vertreten, beschäftigt 70.000 Mitarbeiter in 960 Geschäftsstellen und macht einen Umsatz von rund 700 Mio. Euro. Neben Österreich steht auch Dänemark auf der Expansionsliste ganz oben. Stark vertreten ist Home Instead in den USA, der Schweiz, Großbritannien, Irland, Australien und Kanada. Wachstum verzeichnet das Unternehmen weiters in Schwellenländern wie China und Russland.
Paul Fritz, der aus Mutters stammt, hat seine Karriere im Tourismus begonnen, wo er hauptsächlich in den USA tätig war. Später baute er in der Schweiz im Franchise-System bofrost Tiefkühlprodukte auf, seit 2007 entwickelt er Home Instead in der Schweiz. (wer)





