08.02.2012
Innsbruck

Zweifel an „billigem“ Anschluss

Der Neubau einer Zu- und Abfahrt für die FF Wilten via A 12 soll 190.000 Euro kosten.
Direkt hinter der Tourist-Info am Autobahnparkplatz soll die Feuerwehr Wilten – via eigener Auffahrt – ihre Einsatzfahrten abwickeln.Foto: Böhm
Foto: Thomas Boehm / TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Katze ist aus dem Sack. Der Neubau der Feuerwache Wilten (1,8 Mio. €) am westlichen Ende des Stadtteils Sieglanger wird die Stadt doch teuer kommen. Das geht aus einer heute dem Stadtsenat vorliegenden Unterlage hervor.

Konkret handelt es sich dabei um die Übernahme der Kosten für die Errichtung einer Zu- und Abfahrt von der Feuerwache auf die Inntalautobahn A 12. Wie mehrfach berichtet, war und ist die Abwicklung aller Einsatzfahrten via Autobahn stets unumstößliche Bedingung, damit das betreffenden Grundstück überhaupt mit einer Feuerwache bebaut werden kann. Selbiges Grundstück hatte zuvor ausgerechnet der Kommandant der Wiltener Feuerwehr für kolportierte 753.000 Euro an die Stadt verkauft. Und damit für gehörigen Polit-Wirbel gesorgt.

Die Pläne für die Verkehrserschließung sehen einen zweispurigen Anschluss des Grundstücks auf Höhe des Beschleunigungsstreifens des A 12-Parkplatzes, direkt im Anschluss an die dortige Tourist-Info vor. Kurios: Damit weder Personen noch Tiere über diesen Anschluss auf die Autobahn gelangen, ist selbiger mittels Rolltor zu sichern. Die Kosten für das gesamte Bauvorhaben wurden von einem Planungsbüro geschätzt. Demzufolge betrage der Kostenrahmen (inklusive Mehrwertsteuer) rund 190.000 Euro. Ein Betrag, dem der Stadtsenat heute seine Zustimmung erteilen soll.

Die Asfinag bestätigte auf TT-Anfrage, dass man dem Projekt „grundsätzlich die Zustimmung erteilt“ habe. Man werde sich die Detailplanungen aber noch genau ansehen.

Ein definitives Nein zu der Kostenfreigabe kommt von StR Sonja Pitscheider (Grüne). Sie schenkt der Schätzung keinen Glauben: „Jede kleine Sanierung im Stadtgebiet kostet weit mehr. Diese Kosten sind unglaubwürdig.“ Darüber hinaus ist für sie nicht geklärt, ob auch Land oder Asfinag einen Beitrag leisten würden. Zweifel, mit denen die Grünen nicht allein stehen. So mancher im Rathaus stutzte gestern ob der „billigen“ Baukosten.

Vize-BM Christoph Kaufmann, zuständig für die Feuerwehren, versichert, dass die „Kosten nicht zu niedrig“ seien. Das Rolltor sei ein logischer Schluss gemäß einer Asfinag-Auflage, dass das gesamte Areal „lückenlos einzuzäunen“ sei.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 08.02.2012
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