Liste Fritz ortet Bauernprivileg
Innsbruck – Die Liste Fritz fordert „das Ende des Zwei-Klassen-Schulwesens“. Bei 12.300 Euro liegen die Jahreskosten für einen Schüler in einer landwirtschaftlichen Schule, in jeder anderen Fachschule werden 8400 Euro pro Kopf und Jahr fällig. Diese Zahlen gehen aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes im Jahr 2010 hervor. Die höheren Kosten kommen auch dadurch zustande, dass Landwirtschaftslehrer gegenüber anderen Berufsschullehrern mehr verdienen. 830.000 Euro habe das Land 2008 für seine Landwirtschaftslehrer ausgegeben. „Zu viel“, befand Fritz Dinkhauser am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Seine Liste hat die Zahlen in einem Antrag für den Februar-Landtag zusammengefasst. Allerdings wurde der Antrag abgelehnt. Das zeige die Präpotenz der Regierung, kritisierte Klubobmann Bernhard Ernst. Von insgesamt 57 Tagesordnungspunkten würden 21 behandelt, aber 31 abgelehnt. „Es kommt nicht darauf an, ob die Idee gut ist, sondern es zählt nur, welche Partei sie einbringt“, kritisierte Ernst. Sechs Anträge des Bürgerforums sind angenommen worden. Darunter jener, dass Kassenstellen künftig geteilt werden sollen. Damit könnten zwei Ärzte eine Stelle besetzen. Vor allem für Ärztinnen sei dies ein Vorteil. Allerdings hat hier nicht das Land, sondern die Tiroler Gebietskrankenkasse das Sagen.
Für Wirbel sorgte gestern bei Liste Fritz, Grünen und SPÖ, dass der Agrarsenat den Sachverwalter bei der Agrar in Lermoos zurückgepfiffen hat. Im Kreuzfeuer der Kritik steht LH Günther Platter (VP). Dieser hatte im TT-Interview erklärt, Sachverwalter einzusetzen, damit das Gesetz nicht zum zahnlosen Tiger werde. SP-Klubobmann Bock fragt sich, „bei der Halbwertszeit der Sachverwalter, wer nun der zahnlose Tiger ist“.
Die Grünen kritisieren, dass „der Sachverwalter mit einem Federstrich zum zahnlosen Tiger geworden“ sei. Die Gemeinde schaue durch die Finger, sagt Klubobmann Georg Willi. Lermoos sei ein Beispiel für „die Pharisäer-Politik Platters“, sagt Fritz Dinkhauser.
VP-Klubchef LA Josef Geisler verwies auf die Weisungsunabhängigkeit des Agrarsenats. „Hier gibt es keinen Durchgriff.“ (aheu)





