07.02.2012, 15:48  Aktualisiert: 07.02.2012, 17:56 
Tirol

Überall in Lienz sind Zeichen seiner Ära

Altbürgermeister Hubert Huber starb im Alter von 87 Jahren. Mehr als drei Jahrzehnte zog er als Gemeindechef die Fäden in der Stadt.
Hubert Huber genoss viele Jahre seinen Ruhestand im Kreise seiner Lieben (hier mit seiner Frau Hermine bei einer Geburtstagsfeier), nahm aber bis zuletzt regen Anteil am Geschehen in der Stadt.

Von Claudia Funder

Lienz – Lienz trägt Trauer. Ein großer Gemeindebürger ist nicht mehr. In der Nacht zum Dienstag schloss Langzeitbürgermeister Hubert Huber – unglaubliche 32 Jahre lang an der Spitze der Stadtgemeinde – nach schwerer Krankheit für immer seine Augen.

Hubert Huber beeinflusste die Entwicklung von Lienz und Osttirol nachhaltig. Er war Landtagsabgeordneter (1965 bis 1970), Nationalratsabgeordneter (1970 bis 1986), ÖVP-Bezirksobmann und seit 1984 Ehrenbürger der Stadt.

Die Ära Hubert Huber, der in einfachsten Verhältnissen aufwuchs, startete 1962 mit seiner Wahl zum Bürgermeister. Er bekleidete das Amt bis 1994. Unvergessen ist Hubers aus der Nachkriegszeit geprägter Leitsatz „Zuerst das Notwendige, dann das Nützliche und dann das Angenehme“, der seine Lebenseinstellung deutlich machte.

Lienz hat sich verändert, ist gewachsen unter der Ägide dieses prägenden Politikers. Als Beispiele seien der Bau von Kanal und Kläranlage, von Schulen, Kindergärten und Wohnsiedlungen, des Bezirks­altenheimes, des Dolomitenbades und des Stadtsaals, die Erschließung der Skigebiete und der Ausbau des Bezirkskrankenhauses genannt. Auch der Ankauf des Tristacher Sees, der Tammerburg und der Liebburg erfolgten in seiner Amtszeit. Der vermutlich bedeutendste Entwicklungsschritt der Stadt war die Ansiedlung des Liebherr-Werks – bis heute der größte Arbeitgeber Osttirols.

Nach Hubers Ableben herrscht Anteilnahme quer durch alle Parteien.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik in einer ersten Stellungnahme: „Für mich ist es ein schmerzlicher Verlust. Ich habe Hubert Huber als Person sehr geschätzt. Er hat die Stadt sorgsam geführt, hatte immer ein offenes Ohr und ging herzlich auf die Menschen zu. Überall in der Stadt sind Zeichen seiner Ära.“

Blaniks Vorgänger Hannes Hibler, der mit dem Altpolitiker freundschaftlich verbunden war: „Hubert Huber war ein großartiger Politiker, weil er ein großartiger Mensch war. Er verband wie kein anderer politischen Weitblick mit dem Gespür für die Anliegen der Menschen. Sein pfiffiger Humor hat mich immer gefesselt und machte jedes Gespräch zu einem Erlebnis. Er wird nicht nur mir fehlen, er wird einzigartig bleiben.“

Sepp Brugger, Sprecher der Osttiroler Grünen: „Der Altbürgermeister gehörte noch der Generation von Politikern an, die nicht um ihrer Karriere und Eigeninteressen Willen ihr politisches Amt ausübten. Es ging ihm um die Interessen der Osttiroler Bevölkerung und deren Lebensbedingungen im Bezirk.“

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Di, 07.02.2012  15:48
aktualisiert: Di, 07.02.2012  17:56
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