09.02.2012
Innsbruck

Frauensprecher im Landtag einig

Innsbruck – Es ist ein Gruppenbild mit einem Herren, das diesen Landtagsbeschluss ziert. Die FrauensprecherInnen aller Parteien (bei der FPÖ hat diese Funktion Gerald Hauser inne) haben sich geeinigt, dass ein regelmäßiger Bericht zur Lage der Frauen in Tirol erscheinen soll.

Schwarz auf weiß soll dokumentiert werden, wo es bei der Frauenpolitik noch hapert und wo nachjustiert werden muss. Frauen seien nach wie vor die Verliererinnen in der Einkommensstatistik, kritisiert SP-Frauensprecherin und Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling. Männer verdienen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren durchschnittlich 3465 Euro brutto im Monat, Frauen 1625 Euro. Alleinerzieherinnen seien zu 36 Prozent armutsgefährdet.

Solche Zahlen seien eine gute Grundlage für Frauenförderungsmaßnahmen, meint Christine Baur, Frauensprecherin der Grünen. Die Quotenregelung habe viel zur Gleichstellung der Frauen beigetragen. „Herabsetzend von Quotenfrauen zu sprechen, ist überholt.“

Die Frauensprecherin der ÖVP Sonja Ledl erwartet sich von ihrer Parteikollegin Frauenlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, dass für den Bericht genau erhoben wird, wie sehr Frauen durch die Pflege von Angehörigen belastet werden. „Die Daten sind die Grundlage für eine bedarfsgerechte Unterstützung.“

Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz will die Kinderbetreuung dokumentiert wissen. „Viele Eltern werden in Teilzeitjobs gezwungen, weil die Kindergärten mittags schließen.“

Der Frauensprecher der FP, Gerald Hauser, will, „dass mehr Frauen in wichtige Positionen kommen.“ Allerdings will er das nicht über Quoten geregelt wissen. (aheu)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 09.02.2012
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