09.02.2012
Osttirol

Im Oktober stimmen die Bürger des Virgentals ab

Im Herbst soll das Einreichprojekt zum Kraftwerk Obere Isel fertig sein. Federführend in der Entwicklung ist Peter Schiffbänker tätig.
Bei der Projektumsetzung setzen Virgen, Prägraten und die Infra auf den „Virgentaler Weg“, der neben der Gemeinde­beteiligung und der Iselstiftung auch das Einbeziehen der Bevölkerung in die Planung vorsieht.Foto: Brunner

Von Claudia Funder

Virgen, Prägraten – Die ersten Weichen für das 144-Mio.-Euro-Mammutprojekt „Wasserkraft Obere Isel“ waren im März 2011 in den Gemeinderäten gestellt worden, bevor die Bürger des Tals im April mit den Plänen bei einer Präsentation konfrontiert wurden. Das Vorhaben wollen Prägraten und Virgen gemeinsam mit der Infra realisieren. Je 25.000 Euro wird von den beiden Kommunen in eine Projektgesellschaft eingebracht, als Hauptgesellschafterin ist die Infra mit 50.000 Euro beteiligt. Die direkte Beteiligung von Gemeinden an einem Kraftwerk ist bundesweit übrigens ein Novum.

Sobald Energie erzeugt wird – angepeilt wird das Jahr 2017 –, sollten Virgen und Prägraten in den ersten zehn Betriebsjahren einen Gewinnanteil von je 200.000 Euro pro Jahr einstreifen. Ein Betrag, der kontinuierlich wachsen soll. Ein Teil des Geldes soll in die Iselstiftung und somit in Zukunftsprojekte im Tal fließen, auch gedacht als Impulsgeber für den Tourismus. Die Projektierungskosten von über sieben Mio. Euro streckt die Infra vor, sie trägt in dieser Phase auch das volle Risiko.

Zum „Fahrplan“ der nächsten Monate: Technisches Projekt sowie Bau- und Maßnahmenkonzept sind auszuarbeiten. Das Einreichprojekt soll dann im September 2012 fertig auf dem Tisch liegen. Für die Planungskoordination des Vorhabens wurde die ILF Beratende Ingenieure ZT GmbH mit ins Boot geholt.

Federführend in der technisch-ökologischen Projektentwickung wird Peter Schiffbänker tätig sein. Der gebürtige Oberösterreicher arbeitet sich derzeit in die Materie ein: „Meine Aufgabe ist es, das Projekt so weit zu entwickeln, dass es zur Umweltverträglichkeitsprüfung beim Land eingereicht werden kann, wo die Genehmigungsfähigkeit geprüft wird.“

Ein Treffen der beiden Bürgermeister mit dem 55-jährigen Ingenieur gab es bereits in Innsbruck. Nun möchte Schiffbänker so rasch wie möglich ins Virgental kommen und Gespräche mit allen Beteiligten führen. „Im Oktober werden die Bürger beider Gemeinden befragt, ob das Projekt eingereicht werden soll“, so Anton Steiner, Bürgermeister von Prägraten.

„Die Umweltverträglichkeitserklärung ist Basis der Information­, die im Rahmen einer Veranstaltung, aber auch mittels moderner Medien an die Bevölkerung gebracht werden wird“, erklärt Dietmar Ruggenthaler, Gemeindechef von Virgen. „Wir versuchen, klare und sachliche Information zu bieten.“ Steiner über die Bürgerbefragung: „Das Ergebnis ist verbindlich, eine Mindestbeteiligung ist gefordert.“ Bis zur behördlichen Genehmigung dürften laut Steiner bis zu eineinhalb Jahre verstreichen. Frühestens im Jahr 2014 werden die Bagger auffahren.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 09.02.2012
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