Falkensteiner Seefeld setzt auf Lust und Sexualtherapie
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Aufsichtsratschef Erich Falkensteiner (l.) und Sexualtherapeut Bernhard Moritz in den Räumen des EroSpa im Falkensteiner Hotel Seefeld.Foto: Murauer
Foto: TT / Thomas MURAUER
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Von Beate Troger
Seefeld – Der kleine Kuschelraum mit Kissen und Decken ist schummrig-rot beleuchtet. Im so genannten „Lustraum“ stapeln sich DVDs sowie sexuell-erotische Fachliteratur in den Bücherregalen, in einer Vitrine liegt allerlei Liebesspielzeug bereit. Auf den ersten Blick ist klar: Das EroSpa im Falkensteiner Hotel Seefeld hat mit einem gewöhnlichen Spa- und Wellnessbereich wenig gemeinsam. In dem 4-Sterne-Hotel mit 126 Zimmern, das die Falkensteiner Gruppe erst mit Jänner 2011 übernommen hatte, wird seit Dezember auch Paar- und Sexualtherapie angeboten. Aufsichtsratschef Erich Falkensteiner persönlich engagierte den Telfer Coach und Paartherapeuten Bernhard Moritz, der in drei Räumen des Vitalbereichs eine Praxis mit drei Räumen eingerichtet hat. „Wir wollen nachhaltig und mutig sein“, erklärt Falkensteiner, „hier sind wir mutig.“
Bernhard Moritz will sowohl für Paare als auch Alleinreisende „Raum, Zeit und Muße schaffen“, erläutert er. Nicht nur, „wenn es im Bett verkehrsberuhigter wird“, sondern bei Sehnsüchten und Beziehungsproblemen aller Art möchte er eine „Einladung zu einer Auszeit“ in Liebesdingen aussprechen. Das solle aber nicht in „Erlebnisstress“ ausarten.
Moritz stellt ausschließlich „individuelle Angebote auf Anfrage“ zusammen, inklusive Vorbereitungsgesprächen und Nachbetreuung über E-Mail: „Es gibt keine Beratung von der Stange“, stellt er klar. Gemeinsam mit dem Hotelmanagement hat er vier verschiedene Packages geschnürt: „Sinn und Sinnlichkeit“ spricht Paare an, das Paket „Lust auf Liebe“ soll Einzelpersonen helfen, Probleme in Liebesdingen zu lösen. Weiters hat der Therapeut Coaching sowie einen Wiederauffrischungskurs für die Liebe an. „Das neutrale und anonyme Umfeld in einem Hotel ist ein idealer Rahmen für Paartherapie“, ist Hoteldirektorin Marina Albasini überzeugt. Doch Urlaub berge auch Konfliktpotenzial, warnt Bernhard Moritz: „Mehr als die Hälfte aller Ehen werden nach einem Urlaub geschieden“, berichtet er.
Für Erich Falkensteiner ist das Angebot in Seefeld ein wichtiger Schritt, jedem seiner 32 Hotels „einen individuellen Stempel aufzudrücken“. Derzeit sei nicht angedacht, das Konzept auf weitere Falkensteiner-Hotels auszudehnen. Mit der Entwicklung in Seefeld ist der Südtiroler zufrieden: „Wir konnten die Auslastung steigern und sind stark positiv.“ Heuer will er den Betrieb neu positionieren und kräftig investieren. Die Hotelgruppe erwirtschaftete im Vorjahr mit 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von 160 Mio. Euro.





