Judokas tanzen aus der Reihe
![]()
Die vielen jungen Kampfsportler knien bei der Begrüßung im L, so groß ist der Andrang in Imst. Obmann Klaus Egger freut‘s, dass mit dem Platzmangel in Bälde Schluss ist.Fotos: Stecher
Foto: bernhard stecher
|
||
Von Bernhard Stecher
Imst – Während sich Judokas andernorts zur Begrüßung in einer geraden Reihe hinknien, tun sie dies im Imster Gymnasium in einer L-Form. Zu groß ist der Andrang beim Nachwuchstraining, als dass alle Kinder und Jugendlichen auf der Längsseite des Mattenrechtecks Platz fänden.
Mitunter sind es 60 junge Kampfsportler, die sich einmal die Woche treffen. Dabei wäre ein Training mit 15, also genau einem Viertel, der Normalfall. „Wir haben deshalb einen Aufnahmestopp ausrufen müssen“, erklärt Klaus Egger. Der Vereinsoberste berichtet, dass viele seiner Nachwuchssportler von Ärzten „zugeführt werden“. Judo sei nämlich neben Schwimmen die beste Sportart für Asthmatiker, Hyperaktive und Introvertierte, sagt Egger.
Man habe wohl auch deshalb „eine explosionsartige Vermehrung des Mitgliederstandes zu verzeichnen“ und würde neben dem Standort in Imst auch noch 30 Kinder in Fließ betreuen, so Egger. Es dauert aber nicht mehr allzu lange, ehe in Imst die räumlichen Probleme behoben sein werden. Mit dem Um- und Neubau der Neuen Mittelschule (NMS) Imst-Unterstadt erhält der Verein nämlich den lang ersehnten Trainingsraum. 150 m2 werden es werden, die alleine den Judosportlern vorbehalten sind. „Super für uns“, meint Egger. Endlich würde dann das Mattenher- und -wegräumen entfallen, das bisher viel Zeit der ohnehin begrenzten Nutzungsdauer in Anspruch nahm. Im Verein wird daher mit Schulbeginn auf einen Wochenbetrieb mit kleineren Gruppen umgestellt werden.
Neben den verbesserten Trainingsmöglichkeiten wird der Judoclub Oberland durch die angrenzende Dreifachturnhalle auch in der Lage sein, Großveranstaltungen durchzuführen. Zwei sind bereits fixiert: Einmal ist ein Turnier im Rahmen des Tirols-Cups, ein anderes Mal sind es die Österreichischen Meisterschaften in den Klassen U 20 und U 23, die 400 Kampfsportler nach Imst bringen. Zu diesem Anlass ist auch ein umfangreiches Rahmenprogramm angedacht, das u. a. in der Kletterhalle über die Bühne gehen wird.
Obmann Egger freut sich auf diese Veranstaltungen, aber auch über die Erfolge seiner Schützlinge. Mittlerweile sei man die dritte Kraft im Lande, könne bereits auf zwölf Dan-Träger und zwei Teilnehmer bei den Weltmeisterschaften verweisen, sagt er. Er habe mit diesem Gesamtpaket seine Ziele erreicht, so der Langzeitobmann. Wie lange er bereits dem Verein vorsteht? – Antwort: „Frag mich nicht.“





