Doppeltes Erdbeben nach Subvention für Fußballer
Von Christoph Mair
Fulpmes – Es ist ein heißes Match auf gleich zwei Spielfeldern, das rund um eine außertourliche Subvention für die Sektion Fußball des TSV Fulpmes derzeit in der Stubaier Gemeinde läuft.
Zur Ausgangslage: Die Gemeinde Fulpmes verlangt, auch aus Steuergründen, für die Benützung des Kunstrasenplatzes Miete. Die Einnahmen der vergangenen Saison sollen Bürgermeister Robert Denifl und Stellvertreter Hans Deutschmann eigenmächtig der Sektion Fußball überlassen haben. Als Kompensation für Einnahmenausfälle der Fußballer durch Baumaßnahmen am Naturrasenplatz, wodurch z. B. die Kantine nicht betrieben werden konnte.
„Das ist ein ungesetzliches Vorgehen des Bürgermeisters und seines Vize“, schimpft Gottfried Kapferer, Chef der größten Gemeinderatsliste und Obmann des Überprüfungsausschusses. Subventionen könne nur der Gemeinderat beschließen. „Hier wird der Gemeinde auf ungesetzliche Weise Steuergeld vorenthalten“, wettert Kapferer.
Sollten die Fußballer tatsächlich Einnahmenausfälle zu verkraften haben, müssten sie einen detaillierten Subventionsantrag an den Gemeinderat stellen. Kapferer will das Thema demnächst im Gemeinderat aufrollen und denkt auch an eine Aufsichtsbeschwerde. Bezüglich der Höhe der Zuwendung kursieren verschiedene Summen: Es soll um rund 5200 Euro gehen, eine Summe, die im Überprüfungsausschuss genannt wurde, und eine, die BM Robert Denifl sogleich berichtigt: Es gehe nur um 800 Euro vom Kunstrasenplatz. Der Naturrasenplatz sei bisher nicht von der Gebührenordnung erfasst gewesen, Einnahmen der Sektion Fußball zugestanden, sagt Denifl. Das soll sich nach der Platzerweiterung ändern. Die 800 Euro könne er vertreten. „Ich kann deswegen nicht immer gleich in den Gemeinderat gehen. Es ist ja kein Geld veruntreut worden.“ Vize-BM und Sportausschussobmann Hans Deutschmann will in dem Gespräch mit dem Sektionsleiter Fußball, Ernst Ribis, nicht gewusst haben, dass es auch um die Einnahmen vom Kunstrasenplatz gehe. Ein Ersatz für Einnahmenentgang sei für ihn jedoch „nachvollziehbar“, sagt Deutschmann. Über Zuwendungen an den Verein grundsätzlich erfreut ist auch Josef Hammer, Obmann des TSV Fulpmes und gleichzeitig Gemeinderat. Er hadert allerdings gleich doppelt mit der Vorgangsweise. Auf Gemeindeseite fehlten die Beschlüsse und im Verein habe er als Obmann nichts von den Geldflüssen gewusst. „Das wurde an mir vorbeigeleitet, obwohl ich Bescheid wissen sollte.“ Und noch schlimmer: Ribis weigere sich seit rund zehn Tagen, ihn Einschau in die Bücher halten zu lassen, schüttelt Hammer den Kopf. „Dabei bin ich der Letztverantwortliche.“ Das Geld, dessen Höhe er bisher nicht kenne, sei zudem nicht auf das Sektions-, sondern auf ein „Privatkonto der Fußballer“ geflossen, auf das er keinen Zugriff habe. „Ich vermisse hier die Loyalität“, gibt Hammer offen zu.
Nach den TT-Recherchen ging gestern alles recht flott. Für heute Vormittag hat Sektionsleiter Ernst Ribis eine angeblich schon länger geplante Aussprache aller Beteiligten angesetzt. Dabei soll auch der Obmann Einblick bekommen, das Geld sei bereits an die Gemeinde zurücküberwiesen worden. Sprechen will Ribis auch über das aus seiner Sicht immer wieder problematische Verhältnis zwischen Sektion Fußball und dem Verein. „Da gibt es Neider“, deutet er mehrere Reibungspunkte an.





