Bucher müssen noch auf Geld warten
Von Sabine Kuess
Buch i. T. – Sechs Grundbesitzer in Buch warten seit Jahren auf Geld. Zum Hintergrund: 2006 wurde das Schlierbachprojekt vorgestellt, drei Jahre später wurden die Schutzverbauten eingeweiht. Um die Maßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung durchzuführen, mussten die Grundbesitzer einen Teil ihres Bodens abtreten. Bis heute aber bekamen sie diesen noch immer nicht abgelöst. „Man lässt die Besitzer im Regen stehen“, kritisierte Hannes Partl („Gemeinsam für Buch“) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in dieser Woche. Auf der Tagesordnung fand sich der Punkt über die grundbücherliche Durchführung laut einer erstellten Vermessungsurkunde, eigentlich hätten auch Grundablösen beschlossen werden sollen.
BM Otto Mauracher („Freie Bürgerliste“) nahm die Ablösen von der Tagesordnung. Diesbezüglich „gibt es noch keinen Konsens. Es ist noch eine Zusammenkunft mit dem Waldaufseher und den Grundbesitzern nötig“, begründete er und verwies auf eine Schätzung der Landeslandwirtschaftskammer. Diese schlage einen Preis von 1,29 Euro vor, informierte Mauracher.
„Mein Vorschlag wäre, wir zahlen fünf Euro. Es braucht nicht immer ein Gutachten und hier geht es nicht um eine Riesensumme“, meldete sich Hannes Partl zu Wort. Parteikollege Helmut Partl äußerte sich ebenfalls gegen einen Preis von knapp einem Euro pro Quadratmeter. Bei einem Preis von fünf Euro müsste die Gemeinde knapp 15.000 Euro ausgeben, dafür, dass „ein ganzer Ortsteil sicher ist und geschützt“.
In die Diskussion brachte sich noch ein betroffener Grundbesitzer ein: „Ich möchte einen fairen Preis. Für einen Euro hätte ich den Grund nicht hergegeben“, sagte er. Der Grund sei nun ohnehin weg, er appellierte an den Gemeinderat, einen fairen Mittelweg zu gehen. „Es entsteht der Eindruck, dass die Gemeinde nur einen Euro zahlen will, davon war nie die Rede und deshalb haben wir den Punkt abgesetzt“, stellte Vizebürgermeister Walter Wallner klar. Die grundbücherliche Durchführung wurde einstimmig beschlossen.
Die gereizte Stimmung im Gemeinderat war damit nicht behoben. Unter Allfälliges brachte BM Mauracher bei Gemeinderat Hannes Partl das Fass zum Überlaufen. Er sprach den Mandatar auf eine Vorschreibung aus dem Jahr 2011 für den Tierseuchenbeitrag an. „Ich bin nichts schuldig bei der Gemeinde. So ein Kasperltheater! Ich lasse mich hier nicht anpatzen“, konterte Hannes Partl lautstark.
Mauracher gestand schließlich in der Sitzung ein, dass Partl die Steuern längst bezahlt habe. Partl verließ vor Sitzungsende wütend den Saal. Gegenüber der TT erklärte er gestern die Hintergründe: Im Frühjahr 2011 habe er bei der Gemeinde angefragt, weil er eine falsche vorgeschriebene Zahl vermutete. Bezahlt habe er dann aber den vollen Betrag fristgerecht. „Der Zeitpunkt der Vorwürfe ist bezeichnend für die Absicht, mich vor der Öffentlichkeit bloßzustellen. Wenn der Bürgermeister ein bisschen Anstand hätte, müsste er sich öffentlich entschuldigen“, fordert Partl. Außerdem erklärt er noch: „Ich bitte, meinen aufkommenden Zorn zu entschuldigen.“






