„Platter ist zumindest blauäugig“
Wien – Aus Sicht von Experten in der Antikorruptionsbekämpfung begibt man sich als Politiker oder Beamter auf ein gefährliches Terrain, wenn man sich zu einem Segelturn, zu einem Golfturnier oder eben auf eine Jagd einladen lässt. „Ein Politiker oder Amtsträger muss sich einfach schlicht die Frage stellen: Warum werde ich eingeladen? Und wenn er für sich die Frage ehrlich beantwortet hat, dann sollte er besser die Finger davon lassen“, sagte Franz Fiedler, Beiratspräsident von Transparency International Österreich, zur Tiroler Tageszeitung. Angesprochen auf die umstrittenen Jagdeinladungen für Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) meinte Fiedler: „Es mag schon sein, dass die Jagd eine Form des Brauchtums ist. Doch man sollte nicht so naiv sein zu glauben, dass ich von einem Unternehmer ohne Hintergedanken eingeladen werde. In diesem Zusammenhang kann man Platter zumindest Blauäugigkeit vorwerfen.“ Als einen möglichen Ausweg erkennt Fiedler Folgendes: Ein Abschuss muss selbst bezahlt werden und der Jagdausflug muss transparent gemacht werden.
Ähnlich argumentiert Martin Kreutner, Vorsitzender der Antikorruptions-Akademie. „Man könnte Einladungen, zu denen es ein berechtigtes politisches Interesse gibt, zumindest öffentlich machen. Auch ein Verhaltens- oder Ethikkodex“ wäre „sehr begrüßenswert“. (misp)






