Tirols Landesjägermeister: „Jagd aus diesem Sumpf herausziehen!“
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Der Jagd droht inmitten der Debatte um Einladungen von Politikern ein Imageschaden.
Foto: ap, epa
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Innsbruck – Der Tiroler Landesjägermeister Karl Berktold hat am Mittwoch Transparenz für Jagdeinladungen gefordert. Er hoffe, dass Regeln geschaffen werden, „um die Jagd aus diesem Sumpf herauszuziehen“, sagte Berktold in einem Interview mit www.derstandard.at . Das Einfachste wäre wohl, wenn jeder seinen Abschuss bezahlen würde.
Die Korruptionsbekämpfung mit allen Mitteln sei „ja wichtig“, relativiert Berktold. Automatisch alle und jeden in diese Richtung zu drängen, sei „problematisch“. Der Schlüssel liege in einer nachvollziehbaren Transparenz. „Es soll jederzeit die Kontrollmöglichkeit da sein, wer unter welchen Bedingungen einen Abschuss getätigt hat“, argumentierte Berktold.
Die „polemisch“ geführte Oppositionspolitik werde aber zusehends zu einer großen Belastung. Laut Berktold ist die Jägerschaft „sehr froh, wenn sich Persönlichkeiten unseres Landes für die Jagd interessieren“. Derzeit werde aber alles kriminalisiert. Ein Landeshauptmann hätte schließlich gar nicht die Möglichkeit, ein Revier zu pachten, weil er die Zeit nicht habe. Der Bogen werde „überspannt“, wenn eine Einladung sofort mit Korruption in Verbindung gebracht werde.
Dringlichkeitsantrag abgelehnt
Mittwochvormittag wurde ein Dringlichkeitsantrag der größten Oppositionspartei im Landtag, der Liste Fritz - Bürgerforum Tirol, für ein Antikorruptions- und Transparenzgesetz mit den Stimmern der Regierungsparteien ÖVP und SPÖ abgelehnt. Einem Antrag der FPÖ für ein Übereinkommen für politischen Anstand und Sauberkeit wurde ebenfalls keine Dringlichkeit zuerkannt.
Zuletzt hatten diverse Jagdeinladungen für Landeshauptmann Günther Platter (V) durch Unternehmer sowie eine angebliche Finanzierung des Nationalratswahlkampfes der VP-Abg. Karin Hakl durch die Firma „Valora“ des Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger für Diskussionen gesorgt. Hannes Gschwentner (S) hatte sich am Dienstag ein Transparenz- und Parteifinanzierungsgesetz gewünscht und den Bund in die Pflicht genommen – am Mittwoch stimmte er in Tirol dagegen.
Auch Platter hatte in der Vergangenheit eine Bundesregelung gefordert. Falls diese nicht zustande komme, soll noch vor der im Frühjahr 2013 anstehenden Landtagswahl ein Tiroler Transparenzgesetz beschlossen werden, erklärte der Landeshauptmann vor rund einer Woche. Damals betonte er, das „Anfüttern“ von Politikern überhaupt verbieten lassen zu wollen. Auch seine Fraktion sah im Landtag keine Dringlichkeit zum Thema gegeben. (APA, TT)
aktualisiert: Mi, 28.03.2012 19:12






