29.04.2012
Tirol

Transitland Tirol immer wieder ein Mord-Tatort

Innsbruck – Die Ermittler aus Nord- und Südtirol arbeiteten rasch: Am Freitag, zwei Tage nach der Entdeckung eines zunächst unbekannten Mordopfers bei Spiss, konnten die Kriminalisten die Identität des Toten klären. Ergebnis: Der 40-Jährige stammte aus Südtirol, lebte zuletzt aber in Friedrichshafen in Süddeutschland.

Auffallend: Der Mordfall dürfte mit Tirol wenig zu tun haben. Zumindest abgesehen von der Tatsache, dass die Leiche bei Spiss kurz vor der Schweizer Grenze gefunden wurde. Die Polizei geht davon aus, dass der Täter sein Opfer mit dem Auto nach Spiss brachte und von der Straße aus über einen Abhang stieß.

Kein Einzelfall: Das Transitland Tirol wurde in den vergangenen Jahren schon mehrfach zur Mordopfer-Deponie.

Etwa im November 2002: Damals entdeckte ein Busfahrgast zwischen den Bäumen neben der Brennerbundesstraße bei Schönberg eine zunächst unbekannte Frauenleiche. Die Tote konnte nach wenigen Tagen von den italienischen Behörden identifiziert werden. Das Opfer war 21 Jahre alt, stammte aus dem Kosovo und lebte zuletzt in Trient.

Auch der Täter blieb nicht lange unbekannt: Die Ermittler konnten dem Freund des Opfers, einem 35-jährigen Kosovo-Albaner das Verbrechen nachweisen. Der Mann hatte die 21-Jährige vermutlich noch in Italien getötet und ihre Leiche bei Schönberg aus dem Lkw gestoßen.

Ein Jahr später sorgte erneut eine bei Schönberg entdeckte Frauenleiche für Aufsehen. Die zunächst unbekannte Frau war erwürgt worden. Die Ermittlungen ergaben, dass es sich beim Opfer um eine 62-jährige Deutsche handelte. Zwei Wochen nach dem Tod der Frau war der Mörder ausgeforscht. Und zwar mit Hilfe einer 70-jährigen Deutschen, die von dem Mann bei einem Rendezvous in Seefeld misshandelt worden war. Ihr Erinnerungsfoto an den zunächst harmonischen Abend zeigte den Mörder, einen 59-jährigen Deutschen.

Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, hatte der Täter das Opfer über eine Kontaktanzeige kennen gelernt und mit auf eine Wohnmobil-Reise nach Italien genommen. Noch am Urlaubsziel kam‘s zu Unstimmigkeiten, der 59-Jährige erwürgte seine Gefährtin. Und warf die Leiche später bei Schönberg aus dem Wohnmobil.

1999 wurde eine Tschechin auf der Rollenden Landstraße in Tirol erwürgt und ihre Leiche in Bayern entsorgt. Erst vier Jahre später konnten die Ermittler einen in Salzburg lebenden Deutschen ausforschen. (tom)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 29.04.2012
sperrstunde
Parship
Jobs
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
Panoramablick
Events · Kino · TV · Motor · Multimedia · Musik · Stars · Leben ·
AGB Kontakt Impressum