12.05.2012
Kufstein

Feuerwehrhaus desolat, aber für Neubau fehlt Geld

Wörgler Stadtfeuerwehr muss weiter mit altem Gerätehaus auskommen. Gemeinderat schmetterte Antrag für Neubau ab.
Das Gerätehaus der Stadtfeuerwehr Wörgl ist dringend sanierungsbedürftig, einen Neubau lehnten die Stadtpolitiker aber ab. Wann das Geld für ein neues Haus zur Verfügung steht, ist derzeit offen.Foto: Otter
Foto: Otter

Von Wolfgang Otter

Wörgl – An der Mauer Schimmel, das Dach undicht, die Rolltore kaputt – das 1973 erbaute Wörgler Feuerwehrgerätehaus ist am Ende. Sanieren oder neu bauen, war bislang die Frage. Neu bauen, die Antwort der Stadtpolitik, aber das seit bereits mehr als zehn Jahren. „Daher wurde auch kein Geld in die Erhaltung des Gebäudes gesteckt, aber jetzt geht es nicht mehr weiter“, ist Vizebürgermeisterin Evelin Treichl überzeugt. Sie brachte daher im Namen ihrer VP-Liste in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Antrag auf Neubau des Hauses ein. Eine Planung würde vorliegen. Der Zeitpunkt sei laut ihrer Argumentation aus mehreren Gründen günstig. Zum einen hat die Stadt eine Zusage von LHStv. Anton Steixner für einen Kostenzuschuss von 500.000 Euro noch für heuer in der Tasche, außerdem könnte bei einem Baubeginn bis August noch die Mehrwertsteuer lukriert werden.

Die Feuerwehr war zwar allen anderen Fraktionen eine „Herzensangelegenheit“, wie FPÖ-GR Carmen Gartelgruber betonte, aber das Geld wollten die Mandatare dann doch nicht in die Hand nehmen, weil man dazu Rücklagen auflösen hätte müssen. Wobei auch noch nicht klar war, wie hoch die Baukosten letztlich wirklich ausfallen würden, bei der Sitzung lag eine Kostenschätzung von rund 2,2 Mio. Euro vor. „Aber es gibt keine Gewähr dafür, dass die Kosten halten“, erklärte GR Alexander Atzl (Grüne). Die Feuerwehr selbst hatte noch eine Sparvariante vorgelegt. „Wir würden auf Keller und Lift verzichten und außerdem nur den ersten Teil bauen“, sagte Günther Ladstätter, Vize-FF-Kommandant und VP-Gemeinderat. Der zweite Abschnitt soll erst bei Verlegung des Recyclinghofs, der sich auf der Rückseite des Gerätehauses erstreckt, errichtet werden.

„Das wäre eine Husch- und Pfuschaktion“, meinte Vizebürgermeister Andreas Taxacher (Team Wörgl), angesichts der Tatsache, dass für den Steuervorteil noch rasch ausgeschrieben und der Bau innerhalb von drei oder vier Monaten begonnen werden muss. Auch für SP-BM Hedi Wechner, die die Leistungen der Feuerwehrmänner hervorhob, wäre das Gerätehaus ein dringendes Projekt, „aber derzeit nicht finanzierbar“. Außerdem wolle sie keinesfalls eine zu stark abgespeckte Variante, „das hat die Feuerwehr nicht verdient“. Gartelgruber verwies darauf, dass es noch viele andere Projekte wie Kindergartenplätze oder das Seniorenheim gebe, die umgesetzt werden müssten. Was Treichl zurückwies, „weil die Projekte nicht gegeneinander aufgerechnet werden sollen“. „Wenn der Gemeinderat keine Rücklagen auflösen will, dann gibt es keinen Neubau bis 2016“, meinte Treichl und Ladstätter ergänzte: „Wir sind kein Sparverein!“

Die Mehrheit der Mandatare lehnte den Neubau ab. Trotzdem wird die Stadt Geld in die Hand nehmen müssen, wie ein enttäuschter Ladstädter am Tag nach der Sitzung meinte. „Wir müssen dringend sanieren. Das wird sicher mehrere hunderttausend Euro kosten.“ Außerdem muss derzeit die Stadt Garagen anmieten, „das kostet im Jahr auch 10.000 Euro“, sagt Ladstätter.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 12.05.2012
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