Tobadiller Mure hat sich selbst eingebremst
Von Helmut Wenzel
Tobadill – Die Mure, die sich am Montagabend gegen 20.30 Uhr in 1600 Metern Seehöhe gelöst hatte, überraschte selbst ältere Dorfbewohner. „Zuletzt hat uns der Flathbach kurz nach dem Zweiten Weltkrieg etwas Schotter mitgeliefert“, erzählen die Anrainer. Dass die jüngste Mure noch weitere Keller verschütten und weitaus größere Flurschäden bescheren hätte können, wurde erst am nächsten Tag klar: Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung stellten fest, dass sich Baumstämme und Wurzelstöcke etwa 100 m oberhalb von Siedlungsgebiet zu einer natürlichen Geschiebesperre verkeilt hatten. So stauten sich an der rund vier Meter hohen Sperre bis zu 7000 Kubikmeter Schotter.
„Das war sicher Glück im Unglück“, stellte auch Bürgermeister Franz Kathrein fest. „Niemand im Dorf hätte sich gedacht, dass eine derartige Mure am Flathbach möglich ist.“ Er habe unverzüglich alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit das Gefahrenpotenzial rasch beurteilt wird: „Der Bezirkshauptmann war uns dabei sehr behilflich. Zwei Geologen des Landes und die Wildbach konnten dann keine weitere Akutgefahr feststellen.“ Für Tobadill hoffe er dennoch auf entsprechende Baumaßnahmen zum Schutz des Siedlungsgebietes, betont Kathrein.
Wildbach-Gebietsbauleiter Christian Weber hat bereits eine Sofortmaßnahme geplant: „Am Montag beginnen wir mit dem Bau einer kleinen Zufahrtsstraße zur Geschiebesperre. Danach wird der Schotter aus dem Bachbett geräumt und deponiert.“
Den Flathbach selbst beurteilt er als unbeschriebenes Blatt: „Offenbar schneuzt er sich alle paar Jahrzehnte.“
Jedenfalls werde der Bach ab sofort an mehreren Stellen regelmäßig beobachtet, auch im Anbruchgebiet der Mure. Ob und bis wann auch ein Geschiebebecken gebaut wird, kann Weber derzeit nicht sagen: „Dazu sind weitere Beurteilungen nötigt.“





In SPÖ rumort es weiter, FPÖ ist gespalten

