Schulsozialarbeit wird forciert, Bund soll zahlen
Von Katharina Zierl
Innsbruck – Unterstützen statt strafen. Die Schulsozialarbeit soll in Tirol ausgeweitet werden. Ein diesbezüglicher Beschluss wurde im Kollegium des Landesschulrats bereits gefasst. „Das Pilotprojekt in Imst, wo es die Schulsozialarbeit bereits seit 2008 gibt, hat gezeigt, dass die Schulverweigerung dort fast auf null gesunken ist – auch ein Rückgang von Gewalt ist deutlich spürbar“, zieht Landesschulratspräsident Hans Lintner eine positive Bilanz.
Was fehlt, sind die nötigen finanziellen Mittel. „Bislang haben Land und Gemeinde das Projekt bezahlt. Wenn wir die Initiative aber ausweiten, brauchen wir die Unterstützung des Bundes“, sagt Lintner. Unterrichtsministerin Claudia Schmied habe bereits mehrmals betont, man wolle schulische Unterstützungssysteme ausbauen. „Große Reden zu schwingen allein, das reicht nicht. Entsprechende Handlungen müssen folgen“, erklärt der Landesschulratspräsident. Man habe die Forderung nach Unterstützung bereits beim Ministerium deponiert.
„Vor allem in Ballungszentren wäre es wichtig, in Schulen Ansprechpersonen einzusetzen“, betont Lintner. Schulsozialarbeit stehe in enger Beziehung mit der Jugendwohlfahrt: „Das Entscheidende ist, dass die Sozialarbeiter vor Ort sind“, sagt der Landesschulratspräsident. Dass die Zahl der Schulverweigerer durch schulische Unterstützungssysteme spürbar abnehme, sei ein zentraler Effekt, sagt Lintner. Strafen für Schulschwänzer allein würden auf Dauer nichts bringen. „Natürlich ist es sinnvoll, dass – wenn die Schulpflicht nicht erfüllt wird – Konsequenzen gezogen werden und es Sanktionen gibt“, sagt der Landesschulratspräsident. Er sei außerdem durchaus dafür, dass man bestimmte „Erziehungsmittel“ in Schulen wieder zulasse. „Das Nachholen versäumter Pflichten etwa ist sinnvoll und sollte wieder eingeführt werden. Derartige Maßnahmen sind heutzutage ja fast verpönt, das ist falsch“, sagt Lintner.
Gerade in sozial schwächeren Familien seien Strafandrohungen aber nicht zielführend: „Wenn das Umfeld schwierig ist, sind Beratungsstellen, an die sich Kinder, aber vor allem auch Eltern wenden können, besonders wichtig “, erklärt Lintner.






